Ezidische Stadt Shingal vom Islamischen Staat befreit 

 Das erste Sonnengebet nach der Befreiung der ezidischen Stadt Shingal

 

Am 03. 08.2014 überfiel die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) das Hauptsiedlungsgebiet der êzîdîschen Minderheit Shingal im Nordirak. Die Schergen des Kalifats walzten Dorf um Dorf nieder, verübten ein Massaker nach dem anderen an der ihnen hilflos ausgelieferten ezidischen Zivilbevölkerung, stapelten die Leichen ihrer Opfer in Massengräbern aufeinander und verschleppten und versklavten Tausende von wehrlosen Frauen und Mädchen. Ein Verbrechen, das nahezu sämtliche Merkmale des Völkermord-Tatbestands gemäß der Genfer-Konvention erfüllt. Die Shingal-Region ist für Êzîden die Halsschlagader der Religion, Kultur, Geschichte aber auch des ezidischen Widerstandes. Alle Revolten und Aufstände der Êzîden nahmen dort ihren Anfang oder fanden ihr Ende.

Am Morgen des 12. November 2015 begannen die Einheiten der Arbeiter Partei Kurdisten (PKK), ezidische Widerstandskämpfer, Pesmerga sowie der Fraueneinheiten der Eziden und der PKK eine großangelegte Offensive gegen die Terrormiliz Islamischer Staat IS um die ezidische Stadt Shingal zu befreien.

Am 13.11.2015 verkündeten die Freiheitskämpferinnen und Freiheitskämpfer die Befreiung der Stadt Shingals.

Es ist für die Eziden ein großer Lichtblick für die zukünftige Erhaltung und die Freiheit derwichtigsten Region ihrer Glaubensgemeinschaft.

Die Stadt Shingal ist durch die Kämpfe zum größten Teil zerstört. Damit die ezidischen Flüchtlinge, die in den Flüchtlingscamps immer noch in katastrophalen Zuständen ausharren, in ihre Heimat zurückkehren können , ist internationale Hilfe für den Wiederaufbau dringend notwendig.

Ezidische Vereine und Organisationen haben folgende Forderungen

  • Die internationale Anerkennung der Eziden als eigenständige und unabhängige Glaubensgemeinschaft.
  • Die Selbstverwaltung der Eziden soll durch die EU, USA und die UN anerkannt, und deren demokratische Bestrebungen unterstützt werden.
  • Die Unterstützung religiöser Minderheiten zur Prävention weiterer Massakers
  • Die Klassifizierung und Einstufung der Massaker und Gräueltaten vom 03.08.2014 (und der folgenden Zeit) als Genozid, durch die verantwortlichen Institutionen der UN sowie die Anerkennung des 3. August als internationalen Tag des Völkermords an den Eziden.
  • Millitärische Ausrüstung ezidischer Kämpfer
  • Ein konsequentes und gemeinsames Handeln gegen die Terrormiliz Islamischer Staat

Der Deutsch Kurdische Freundeskreis gratuliert allen Menschen, vor allem den Eziden für die Befreiung der Stadt Shingal und den weiteren Erfolg gegenüber den Unmenschen des 21.Jahrhunderts.

Wir trotzen den Terror durch Ausübung freiheitlich demokratischer Werte.

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