Parlamentarier Ali Atalan über die Situation in Nordkurdistan/Türkei

Ali Atalan (Mitglied des DKFK und Parlamentarier in der Türkei)

 

"Gestern in Nusaybin waren wir (6 Abgeordnete ) mit den Verwandten von Ermordeten und Verletzten zusammen und haben uns mit Autos in Richtung Cizre bewegt. Spezialeinheiten griffen uns grundlos mit aller Brutalität mittels Gaspatronen und Wasserwerfern an. Unsere Immunitäten haben dabei keine Rolle gespielt. Der AKP-Faschismus hat sein wahres Gesicht wieder gezeigt"

 

In der kurdischen Stadt Cizre, auf türkischem Staatsgebiet an der Grenze zu Syrien gelegen, herrscht Ausnahmezustand. Ganze Stadtteile liegen in Trümmern und ein Ende des Krieges ist nicht in Sicht. Immer wieder kündigte die türkische AKP-Regierung die erfolgreiche “Säuberung” der Stadt an. Die Bilder einer Stadt, die in Teilen mittlerweile Städten wie Kobanê ähnelt, prägen sich ein. Jedoch sind es die aktuellen Ereignisse, wie das Schicksal der bis zu dreißig in einem Keller in Cizre eingeschlossenen Personen, welche die Dimension des Krieges deutlich machen.

Seit dem 23. Januar befinden sich dreißig, zum Teil schwer verwundete und verstorbene, Personen eingeschlossen in einem Keller. Sie werden nicht medizinisch versorgt und seit Wochen ist der Kontakt zu ihnen abgerissen. Nach Informationen der sozialdemokratischen Zeitung Cumhuriyet sind von den 30 Eingeschlossenen mittlerweile sieben gestorben, 15 seien verletzt und neun weitere würden im Sterben liegen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0