Neues Lied vom DKFK-Mitglied Nuhat- Ich hol uns da raus

DKFK-Mitglied Nuhat, der gerade erst 15 Jahre alt geworden ist, hat sein zweites Lied mi dem Titel "Ich hol uns da raus" rausgebracht. Wir wünschen Nuhat weiterhin viel Erfolg.

Die Aufnahmen wurden in Senden gedreht.

Großdemo in Münster- Frieden für Afrin

Kurden haben keine Freunde außer den Bergen?

Nein - Kurden haben viele Freunde!

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger – die Lage ist verzweifelt:
Erdogan und seine religiös-fanatischen Terrorbanden verwüsten und plündern die syrisch-kurdische Enklave Afrin, und kennen keinen Halt! Wir bitten Sie eindringlich unseren Aufruf zu unterstützen:

- Wir fordern die türkische Regierung auf, den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg in Syrien und im Irak zu beenden und einen sofortigen Rückzug ihres Militärs durchzuführen!
- Wir fordern die Bundesregierung auf, einen absoluten Lieferstopp aller Waffen und Kriegsgeräte gegen die Türkei zu verhängen und einen sofortigen Rückzug des türkischen Militärs aus dem Gebiet, nötigenfalls mit Wirtschaftssanktionen, herbeizuführen!
- Wir appellieren an die demokratische Zivilbevölkerung in der Türkei und in Deutschland, sich entschieden gegen die Kriegspolitik ihrer Regierungen auszusprechen und sich mit den Menschen in Afrin zu solidarisieren!

Aus „Rücksicht“ auf den schmutzigen Flüchtlings-Deal mit Erdogan und die NATOMitgliedschaft der Türkei, schaut die deutsche Regierung still zu, während die türkische Armee völkerrechtswidrig Afrin besetzt!

Afrin bot innerhalb Syriens einen Zufluchtsort für Binnenflüchtlinge ethnischer und religiöser Minderheiten. Die basisdemokratische Verfassung und das System des „Demokratischen Konföderalismus“ waren dabei richtungsweisend für die Demokratisierung eines zutiefst zerrütteten Landes.
Es kam infolge des türkischen Angriffskrieges zu Massakern an der Zivilbevölkerung, Folterung und Misshandlung von Kriegsgefangenen und Plünderungen der besetzten Städte und Dörfer. Mehr als 700.000 Menschen befinden sich nun auf der Flucht.

Erdogan ist es daher selbst, der derzeit die Flüchtlingswellen produziert, für deren „Abhalten“ er sich von der EU gut bezahlen lässt: Das ist das Geschäftsmodell eines Verbrechers und das Ergebnis einer konzeptlosen EU-Flüchtlingspolitik.

Wir appellieren daher an die demokratische Zivilbevölkerung, an all jene, die sich für Menschenrechte, für Freiheit und Frieden einsetzen: Schaut nicht weiter zu, sondern nehmt Teil am Widerstand gegen dieses Unrecht!

Überall ist Afrin! Überall ist Widerstand!

Netzwerk: Solidarität mit Afrin

Spenden an: medico international – IBAN: DE21 5005 0201 0000 0018 00 – Stichwort „Nothilfe Rojava“

DKFK-Senden wünscht frohe Weihnachten

Kurdischer Abend in Senden-Rathaus

Anstoß für neue Wege der Integration.

Bei kurdischen Abend trafen Menschen zusammen, die schon in Deutschland eine neue Heimat gefunden haben, und Flüchtlinge aus derselben Region, für die Senden noch ziemlich fremd ist. Viele Gäste, ein volles Rathaus, bester Geschichts- und Politikunterricht sowie ein lebendiger Austausch: Das war der Kurdische Abend, den die Flüchtlingshilfe Senden gemeinsam mit dem Deutsch-Kurdischen Freundeskreis jetzt im Rathaus veranstaltete. Und nicht nur das: Leckeres handgefertigtes Gebäck und kurdischer Gesang begleitet durch die türkische Laute bereicherten die Zusammenkunft von Deutschen und Kurden aus allen Sendener Ortsteilen.

 

Ekrem Atalan zeigte sich als hervorragend informierter „Geschichtslehrer“ und gab einen detaillierten Einblick in die jüngere Geschichte und die aktuelle Situation der Kurden in Iran, Irak, Syrien und Türkei. Hiba Askan, Ahmad Omar, Krmanj Murad Ido und Ekrem Atalan berichteten über ihre persönliche schwierige Lebenssituation, die sie zum Verlassen ihrer ehemaligen Heimat gezwungen hat. Auch was sie in Deutschland erlebten und wie sich die „zweite Heimat“ anfühlt sowie ihre Wünsche für die Zukunft waren Thema.

Ekrem Atalan zeigte sich als hervorragend informierter „Geschichtslehrer“ und gab einen detaillierten Einblick in die jüngere Geschichte und die aktuelle Situation der Kurden in Iran, Irak, Syrien und Türkei. Hiba Askan, Ahmad Omar, Krmanj Murad Ido und Ekrem Atalan berichteten über ihre persönliche schwierige Lebenssituation, die sie zum Verlassen ihrer ehemaligen Heimat gezwungen hat. Auch was sie in Deutschland erlebten und wie sich die „zweite Heimat“ anfühlt sowie ihre Wünsche für die Zukunft waren Thema.

Internationales Begegnungsfest

Kulturen erleben
Im Rahmen des Internationalen Begegnungsfestes in Senden möchten wir miteinander verschiedenen Kulturen und Religionen begegnen, um gemeinsam in Dialog zu treten.
Dieser Tag ist eine gute Gelegenheit, um Brücken zwischen den Kulturen zu bauen - für ein friedliches und weltoffenes Miteinander!
Zum Auftakt dieses Tages gibt es ein interreligiöses Gebet. Hierzu kommen die christlichen Kirchen, ezidische und muslimische Jugendliche zusammen, um gemeinsam und in Einheit zu beten. Musikalisch umrahmt wird dieses Friedensgebet durch den Posaunenchor der ev. Kirchengemeinde und die orientalischen Flötenklänge von Herrn Karapetjan aus Armenien.
Die bunten Vereins- und Organisationsstände sollen Jung und Alt einladen, gemeinsam ausgelassen zu feiern, sich zu informieren und neue Kontakte zu knüpfen.
Auf drei Bühnen, wird es über den Tag verteilt, zahlreiche Tanz- und Musikeinlagen, aber auch Informationsveranstaltungen, wie eine Podiumsdiskussion, geben.
Lassen Sie uns gemeinsam einen bunten Tag erleben, den wir miteinander und füreinander feiern! Wir wollen einander ein Zeichen setzen, uns begegnen, verstehen und austauschen, damit aus Fremden Freunde werden!
Das Organisationsteam wünscht ein schönes Fest mit vielen neuen Begegnungen.
 
Aktion Hoffnungsschimmer  - Flüchtlingshilfe Senden - Deutsch-Kurdischer Freundeskreis - Kulturamt Senden

 

Bilder (Quelle und weitere Bilder WN)

30. Kurdisches Tanz und Kulturfestival- Mihrican 2017 in Münster

Ismail Atalan- Vom Flüchtling zum Bundesliga-Trainer

30. Kurdisches Tanzfestival am 03. und 04.06.2017 in Münster

Der Deutsch-Kurdische Freundeskreis Senden e.V. organisiert in Zusammenarbeit mit Govend Köln e.V. , Ausländische Studierendenvertretung der Uni Münster, Verband der Studierenden aus Kurdistan und dem Demokratisch-Kurdisches Gesellschaftszentrum Münster das alljährliche Tanz- und Kulturfestival "Mihrican".

Die zweitätige Veranstaltung wird am 03. und 04.06.2017 in der Scharnhorststr. 100 in Münster stattfinden.

 

 

 

Programmablauf:

 

 

 

03.06.2017

 

10:00Uhr

Start in der Innenstadt Münster (Stubengasse) mit einer Kulturparade und laufen anschließend mit "Dev und Surna ( Trommel und Flöte ) bis hin zur Scharnhorststraße.

Es wird eine Hochzeit simuliert. Die Braut ist die Einzige , die ein Pferd reitet.

13:00 Uhr

Eröffnungsrede/Begrüßung

13:45              

Vortsellung/Geschichte “Mihrican”

14:30 Uhr

Tanzwettbewerb (30 Tanzgruppen Tanzen vor)

21:00 Uhr

Die Jury gibt die Sieger bekannt

 

04.06.2017

12:00Uhr

Eröffnungsrede

12:30 Uhr

Modeschau (Traditionelle Trachten)/Fotoausstellung            

13:30 Uhr

Preisverleihung und Tanzvorführung der drei besten Folkloregruppen

15:00 Uhr

Vorführung internationaler Volkstanz- und Musikgruppen

16:00Uhr

Vorführung Pontischer Verein Krefeld

16:30 Auftritt Sänger

Selbstverständlich werden über beide Tage auch kurdische Köstlichkeiten angeboten.

 

 

 

 

 

Ismail Atalan zum Trainer des Jahres gekührt

Sparkasse Westmünsterland hat Ismail Atalan (Trainer der Sportfreunde Lotte) Mitglied des DKFK-Senden e.V.,

zum Trainer des Jahres im Kreis Coesfeld gekührt.
Der DKFK-Senden gratuliert "Isi" zur seiner grandiosen Leistung und wünscht Ihn weiterhin viel Erfolg!

Orientierung nach dem Abitur- HORIZON-Messe am 18./19. 02.2017 in Münster

Du hast dein Abi schon fast in der Tasche und noch keinen Plan, wie es
danach weitergehen soll?

Am kommenden Wochenende gibt es  in der Halle
Münsterland im persönlichen Gespräch Beratung zu Studium, Ausbildung, Auslandsaufenthalt, Freiwilligendienst und vielen weiteren Themen bei rund 100 Hochschulen, Unternehmen und Beratungsinstitutionen.

 

 

Im Vortragsprogramm geht es um Themen wie Duales Studium, Studienfinanzierung, Stipendien, GapYear und Studieren im Ausland. Das Münster-Spezial: Studieren in den Niederlanden. Informationen aus
erster Hand von Studenten und Dozenten.

 

Vortrags-Tipps:

 

Samstag, 18.02.2017 um 11.15 Uhr:

Informationen zum Studium für Eltern und Schüler: Bewerbung, Finanzierung, Numerus Clausus


Samstag, 18.02.2017 um 14.15 Uhr:

Mediengestaltung, Event und Marketing - wie finde ich, was zu mir passt? (inkl. Test)

 

Sontag, 19.02.2017 um 11.00 Uhr:

Orientierung und Optionen nach dem Abitur - Was tun, wenn man noch nicht weiß, was mach machen will?

 

Sontag, 19.02.2017 um 13.45 Uhr:

Selbstpräsentation im Bewerbungsgespräch und Berufsalltag.

Im Vortragsprogramm geht es um Themen wie Duales Studium, Studienfinanzierung, Stipendien, GapYear und Studieren im Ausland. Das Münster-Spezial: Studieren in den Niederlanden. Informationen aus
erster Hand von Studenten und Dozenten.

 

Vortrags-Tipps:  

Samstag, 18.02.2017 um 11.15 Uhr:

Informationen zum Studium für Eltern und Schüler: Bewerbung, Finanzierung, Numerus Clausus


Samstag, 18.02.2017 um 14.15 Uhr:

Mediengestaltung, Event und Marketing - wie finde ich, was zu mir passt? (inkl. Test)

 

Sontag, 19.02.2017 um 11.00 Uhr:

Orientierung und Optionen nach dem Abitur - Was tun, wenn man noch nicht weiß, was mach machen will?

 

Sontag, 19.02.2017 um 13.45 Uhr:

Selbstpräsentation im Bewerbungsgespräch und Berufsalltag.

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1. Internationales Sommerfest am 09. Juli 2017 in Senden

Die Gemeinde Senden, Flüchtlingshilfe Senden und „Aktion Hoffnungsschimmer“ wollen mit vielen Partnern aus der Politik und u.a. Deutsch-Kurdischer Freundeskreis Senden sowie allen anderen Vereinen am 09. Juli 2017  das 1. Internationale Begegnungsfest in Senden feiern. Dabei soll bei gemeinsamen Kochen, Tanzen und Sport das gegenseitige Kennenlernen und das friedliche Miteinander gefördert werden.
Besonders den Menschen, die kürzlich aus Kriegs- und Krisengebieten gekommen sind, wird das Fest ein Stück von Ihrer Heimat bieten. Deshalb wird es ein sehr guter Beitrag zur Völkerverständigung und Integration.
 
Quelle: Westfälische Nachrichten

Gedenken an Spyros Marinos (langjähriger Vorsitzender des Ausländerbeirates/Integrationsrates)

Der Deutsch-Kurdische Freundeskreis Senden e.V. trauert um Herrn Spyros Marinos. Der ehemalige Vorsitzender des Integrationsrates (ehemals Ausländerbeirat) der Stadt Münster, mit dem der DKFK-Senden e.V.  in den Jahren viele Veranstaltungen organisiert und durchgeführt hat, ist am Freitag, den 13.01.2017, von uns gegangen. Er war ein großartiger Mensch und vor allem ein großer Kämpfer für Gerechtigkeit. Spyros Marinos, Arzt und Politiker, hatte stets ein offenes Ohr und ein gutes Herz für alle Menschen. Riesen Respekt für seine hervorragende, großartig geleistete Arbeit sowie sein langjähriges Engagement in Münster und in NRW. Er bleibt ein Vorbild für uns mit seiner Persönlichkeit, Kraft, Temperament, Ehrlichkeit und besonders mit seiner jederzeitigen Hilfsbereitschaft. Wir danken Herrn Marinos für seine Solidarität und sein unermüdliches Engagement. Wir wünschen den Hinterbliebenen, vor allem seiner Frau, viel Kraft. Ruhe in Frieden! 

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Aufruf zur bundesweiter Kundgebung gegen die Diktatur in der Türkei

Solidarität mit der HDP ist für alle Demokratinnen und Demokraten in Europa das Gebot der Stunde. 
12. November 2016...
Samstag 13:00 Uhr
Köln Deutzer Werft
Siegburger Str. (Rheinufer)

 

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Deutsche Parlamentarier helfen bedrohte Oppositionspolitiker in der Türkei

Die Lage für die Opposition in der Türkei wird immer schwieriger. Nun übernehmen rund 60 Bundestagsabgeordnete aus allen Fraktionen Patenschaften für ihre bedrängten Kollegen, vor allem für die prokurdischen HDP-Politiker.

Es ist ein Zeichen der Solidarität: 60 Abgeordnete aus im Bundestag vertretenen Parteien (CDU, CSU, SPD, Grüne und Linke) haben sich zusammengefunden, um Patenschaften für verfolgte und bedrängte Parlamentskollegen in der Türkei zu übernehmen. Im frühen Stadium der Aktion, die in den vergangenen Wochen hinter den Kulissen abgesprochen wurde, wollen die deutschen Politiker 37 zum Teil inhaftierten Abgeordneten der prokurdischen Partei HDP beistehen.

 

Es geht vor allem um symbolische Zeichen, darum, die Namen der Bedrängten in der Öffentlichkeit zu halten. Als Mittel dienen Briefe und Solidaritätsadressen, Besuche in der Türkei und auch Einladungen nach Deutschland, falls das gewünscht und überhaupt noch möglich ist. Der eine oder andere Politiker, so erfuhr SPIEGEL ONLINE, überlegt auch, in Gefängnissen einsitzende türkische Kollegen zu treffen.

Das Programm, auf das sich die Bundestagsabgeordneten berufen, existiert seit 13 Jahren und nennt sich "Parlamentarier schützen Parlamentarier". Angesiedelt ist es beim Sekretariat des Ausschusses für Menschenrechte des Bundestags, mittlerweile gilt es nicht allein für verfolgte Kollegen in anderen Staaten, sondern auch für Menschenrechtler, Journalisten und Aktivisten. So hat etwa die CDU-Abgeordnete Erika Steinbach eine Patenschaft für den früheren und kurzzeitig in der Türkei inhaftierten Chefredakteur von "Cumhuriyet", Can Dündar, übernommen.

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Brief von Selahattin Demirtaş, Co-Vorsitzender der Partei der Völker (HDP), aus dem Gefängnis:

"Als erstes sende ich meine Grüße und alles Liebe an meine Freunde. In diesen Tagen, an denen unser Land immer mehr in die Dunkelheit getrieben wird, hat unsere ungesetzliche Festnahme die Dunkelheit nur noch etwas mehr vertieft.
Aber diejenigen, die meinen uns in dieser Dunkelheit gefangen nehmen zu können, sollten nicht vergessen, dass ein einziges Streichholz, eine einzige Kerze ...ausreicht, um die Dunkelheit zu erhellen. 
 

Wir werden weiterhin an unseren Orten und egal unter welchen Bedingungen auch immer, weiterhin wie Kerzen brennen, um sicherzustellen, dass unser Volk freie Morgen erleben wird und in Frieden leben kann.
Jeder muss weiterhin seinen Dienst im Kampf um die Demokratie leisten und mit ganzem Bewusstsein dafür arbeiten, die Dunkelheit zu vertreiben und eine helle Zukunft zu errichten. Meine Moral und Gesundheit ist sehr gut.

Liebe Grüße
Selahattin Demirtaş"

Parlamentarier der Partei der Völker (HDP) in der Türkei verhaftet

Gegen die beiden Vorsitzenden der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP ist in der Türkei Untersuchungshaft verhängt worden. Ein Gericht in der Kurdenmetropole Diyarbakir hat Haftbefehl gegen Selahattin Demirtas und Figen Yüksekdag erlassen. Sie gehören zu insgesamt zwölf HDP-Abgeordneten, die zuvor festgenommen worden waren.

Gegen insgesamt fünf von ihnen wurde am Freitag Haftbefehl erlassen, darunter Fraktionschef Idris Baluken.

Die Türkei befindet sich leider schon längst in einem Bürgerkrieg, wo Kritiker bzw. die Opposition, vor allem die Kurden, vor den Augen der Weltöffentlichkeit bekriegt werden.

Der DKFK fordert von der Bundesregierung, die bisher wegen dem Flüchtlingsdeal mit der Türkei zu allen Verbrechen, die der türkische Staat unter der mittlerweile alleinigen Führung von Staatspräsident Erdogan, geschwiegen hat, eine klare Verurteilung der Verhaftungen, der Gewalt gegen die demokratischen Werte. Der DKFK hat die Befürchtung, dass die nächste Flüchtlingswelle aus der Türkei nach Europa kommen wird, weil niemand die Zerstörung der Städte und die willkürlichen Verhaftungen auf Befehl von Staatspräsident Erdogan zur Zeit stoppen kann bzw. möchte. 

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Ko-BürgermeisterInnen von Diyarbakır (Amed)/Türkei verhaftet

Am Abend des 25. Oktober 2016 wurden die beiden demokratisch gewählten Ko-BürgermeisterInnen von Amed (Diyarbakır) von der türkischen „Anti-Terror-Polizei“ festgenommen. Gültan Kisanak wurde am Flughafen von Amed und zur gleichen Zeit Firat Anli in seiner Wohnung abgeführt. Die Wohnungen von beiden wurden etwa 2,5 Stunden durchsucht und so einiges wie Computer und Notizbücher beschlagnahmt. Zur gleichen Zeit riegelte die türkische Polizei das Rathaus von Amed ab und durchsuchte bis in die frühen Morgenstunden sämtliche Räume.

 

Seit Sommer 2015, als die türkische Regierung den Krieg in Nord(Türkisch)-Kurdistan losgetreten hat, wurden 41 Ko-BürgermeisterInnen durch das türkische Innenministerium entlassen und 24 sitzen in U-Haft. Ab Anfang September 2016 wurden 27 kurdische Kommunalverwaltungen mit Treuhändern der AKP-Regierung komplett übernommen, d.h. Bürgermeisterposten und Stadträte wurden mit neuen illegitimen Personen ersetzt. Doch diese Festnahme ist eine neue Stufe der Eskalation.

Die Menschen in der Türkei, die sich tagtäglich trotz Repressalien für Demokratie und Völkerverständigung einsetzen, brauchen unsere Solidarität aus dem Westen. Nur der Druck aus dem Ausland kann die türkische Regierung zur Vernunft bringen.

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Kurdischunterricht ab 2016/2017 mit einem neuen Lehrer

Der Kurdischunterricht, der auf Initiative des Deutsch-Kurdischen Freundeskreis Senden e.V. 2011 eingeführt worden ist, wird auch weiterhin für zwei Klassen stattfinden.

Da die Anforderungen an die Kurdischlehrer/innen sehr hoch sind, ist es schwierig geeignete Lehrer/in zu finden. Herr Ulumaskan lehrte seit 2011 zwei Kurdischklassen in Senden mit sehr viel Kompetenz und großem Engagement.

Leider musste er seine Lehrertätigkeit aufgrund seines Umzugs in Senden aufgeben. Herr Ulumaskan lehrt in Bielefeld mehr als 200 kurdische Schüler. Wir danken ihn für seinen großartigen Einsatz und wünschen ihn weiterhin viel Erfolg.

Ab dem Schuljahr 2016/2017 wird Herr Demir aus Münster die beiden Kurdischklassen in Senden unterrichten. Bei der heutigen Klassenpflegschaftssitzung wurde Herr Demir von den Elternvertretern sehr herzlich empfangen.

Der Deutsch-Kurdische Freundeskreis wünscht beiden Lehrern für die Zukunft alles Gute!

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Gegen das Vergessen-Gedenkveranstaltung in Münster

Gedenkveranstaltung für verfolgte Eziden und Christen im Irak

Ort: Marienplatz und St.-Paulus-Dom Münster...
Zeit: 03.08.2016, 17 Uhr Gedenkzug und ab 18 Uhr Gedenkgottesdienst im Dom

 

Für Solidarität – Gegen das Vergessen
Seit dem 03.08.2014 sind die Eziden aus der nordirakischen Provinz Shingal Opfer eines Genozids. Der sog. „Islamische Staat“ (IS) hat seitdem mehrere tausend Menschen brutal ermordet, religiöse und kulturelle Orte zerstört und die Siedlungsgebiete der Eziden besetzt. Bis heute befinden sich tausende Frauen und junge Mädchen in der Gefangenschaft des IS. Dort werden sie als Sexsklavinnen an IS-Kämpfer vergeben oder ins Ausland verkauft. Ihr Leid ist unbeschreiblich. Auch die Christen der Region werden systematisch verfolgt und umgebracht. Das Ziel der Terroristen ist es, Eziden und Christen für immer aus dem Land zu vertreiben und die Erinnerung an ihre Geschichte und Kultur dort auszulöschen. „Der Völkermord an den Eziden ist auch nach zwei Jahren noch immer nicht beendet. Die Weltgemeinschaft muss die Eziden endlich von ihrem Leid befreien. Wir fordern daher endlich eine Schutzzone für Eziden und Christen im Irak, damit diese jahrtausendealten Religionsgemeinschaften im Irak in Frieden und Freiheit leben können“, so der Vorsitzende der Gesellschaft Ezidischer AkademikerInnen (GEA) PD Dr. Sefik Tagay.

Die Menschen, die dieses Leid erleben müssen, haben Angst, von der Welt vergessen und allein gelassen zu werden.

Auf Einladung des Bistums Münster möchten wir sie gemeinsam mit der Gemeinde arabischsprachiger Christen und Gesellschaft Ezidischer Akademiker am Jahrestag des Überfalls zu einer Gedenkveranstaltung in den St.-Paulus-Dom einladen, um für die Menschen der Region zu beten und ein Zeichen der Solidarität zu setzen.

Der Gedenkveranstaltung geht ein Gedenkzug durch die Stadt Münster bis zum Dom voraus. Dieser startet um 17:00 Uhr am Marienplatz (Ecke Königstrasse/Klosterstraße).

 

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DKFK Senden e.V. trauert um Xelef Agirman

Der Deutsch-Kurdische Freundeskreis Senden e.V. trauert um Xelef Agirman. Apê Xelef ist vor allem durch sein ehrenamtliches Engagement bekannt und bei allen Menschen aus seiner Umgebung durch seine selbstlose Art, vor allem bei den Kindern und Jugendlichen sehr beliebt. Wir danken ihn für seine grenzenlose Hilfsbereitschaft und wünschen seiner Familie viel Kraft. Apê xelef wird immer in unseren Herzen weiterleben.
Unser Mitgefühl gilt vor allem seiner Familie

 

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Verbrechen an Eziden als Völkermord eingestuft

Ismail Atalan steigt mit Lotte in die Dritte Fussball-Bundesliga

Trainer Ismail Atalan aus Senden ist heute mit SF Lotte in die 3. Fussball-Bundesliga aufgestiegen

Der Deutsch-Kurdische Freundeskreis Senden e.V. gratuliert Ismail "Isi " Atalan zum Aufstieg in die 3.Fussball Bundesliga.

Nachdem 0:0 im Hinspiel und heutigen 0:2 Sieg in Mannheim hat Isi den Aufstieg mit der Mannschaft aus Lotte perfekt gemacht. Der DKFK Senden e.V. gratuliert zum Aufstieg und wünscht Isi und der Mannschaft weiterhin viel Erfolg!!!

 

http://www.noz.de/deutschland-welt/sf-lotte/artikel/720709/sf-lotte-nach-starkem-2-0-endlich-in-der-3-liga

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Ismail Atalan macht Lotte zum Meister der Regionalliga-West

Der Deutsch-Kurdische Freundeskreis Senden e.V. gratuliert Ismail Atalan und Sportfreunde Lotte zur Meisterschaft der Regionalliga-West.

Als Ismail Atalan im Januar 2015 vom SC Roland Beckum zu den Sportfreunden kam, war er ein relativ unbekannter Trainer. Wohl kaum jemand hätte ihm zugetraut, dass er Lotte wieder zu einer Spitzenmannschaft macht, die bereits drei Spiele vor Saisonende Meister der Regionalliga West ist. Eine Leistung, die große Anerkennung verdient.

 

Quelle: Osnabrücker Zeitung

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Çarşemba sor (roter Mittwoch)

Der Deutsch Kurdische Freundeskreis Senden e.V. wünscht allen Eziden ein frohes (Çarşemba sor = roter Mittwoch) Fest.

Carsemba Sor (roter Mittwoch)

Das Carsemba Sor Fest gilt als eines der wichtigsten Feste des
Ezidentums, und ist das ezidische Neujahrsfest, dass jedes Jahr am ersten Mittwoch im April nach ezidischer Zeitrechnung gefeiert wird. An diesem Tag hat Gott dem Engel Melek Taus den Auftrag gegeben, die Erde zu erschaffen und für alle Lebewesen bewohnbar zu machen.
Die Eziden richten an diesem Tag ihre Hauseingänge mit prächtigem Blumenschmuck her und färben oder bemalen Hühnereier bunt. Rot-gelb-grüne Bänder (Basimbar) werden geflochten, entweder als Armreifen oder als Haarschmuck getragen. Insbesondere auch an Tierhörnern und Getreidepflanzen
werden diese Bänder befestigt.

 

 

WATEYA ÇARŞEMA SOR

Çarşema Sor di heman demê de weke 'Cejna Sersalê', 'Cejna Tawizî Melek', 'Bûka Salê' û 'Roja afirandina cîhanê' tê naskirin.
"Li gorî bîr û baweriyên civaka me, roja afirandina cîhanê, peydabûna xêr û bereketa axê ye. Çarşema Sor roja destpêka aştî û aramiyê ye. Xweza reng diguhere di wê rojê de. Li gorî mîtolojî û baweriya Êzîdiyan, berê cîhan hemû av bû. Bi diharbûna milyaketên Xwedê re cîhan tê meyandin. Wê rojê Tawisî Melek ji ezmana dihar û nazilî erdê bûye. Lewma jî li gelek deveran wekî cejna Tawisî Melek tê pîroz kirin.
Di vê cejnê de, basimbar (ji benê bi rengê kesk û sor û zer/an ji sor û sipi) tê çêkirin. Wateya basimbar xêr, bereket, pêṣîlêgirtina qeda û bela ye. Basimbar li destê jin, mêr, qîz, zarokan, her tiṣtekî pîroz û navdar ve tê girêdan. Meha Nîsanê, hem destpêka şînbûna xweza ye û hem jî bûka salê ye. Di vê cejnê de, baqên kûlîlkên rengê reng ji xemla Nîsanê bi her cihekî pêwîst û girîng ve têne dalqandin.
Di meha Nîsanê de Êzîdî bûka dernaxin, ji ber ku meha Nîsanê bi xwe bûka Salê ye. Cejna Çarşema Sor di heman demê de xemla çand û baweriya gelê Ezdîya. Lê mixabin bi sedê sala ye ji ber zordestî û desthilatdariya biyanî nehiştiye Çarşema Sor li gorî pîroziya xwe were pêşwazikirin."
(FKE)

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Benefizspiel zwischen Preussen Münster und VFL Senden für Flüchtlinge im Not

Die Fussballmannschaften von Vfl Senden und Preussen Münster werden am Mittwoch 06.Juli 2016 um 18:30 Uhr  in Senden (Sportplatz,Buldernerstr.) für die „Aktion Hoffnungsschimmer – Hilfe für Flüchtlinge in Not“, die auch vom ehemaligen Sendener Kaplan Jochen Reidegeld getragen wird, ein Benefizspiel austragen. Die Initiative unterstützt Flüchtlinge im Nordirak. „Die Preußen haben sich bereit erklärt, da mitzumachen. Der Erlös kommt in vollem Umfang der ,Aktion Hoffnungsschimmer’ zugute“, erklärt der VfL-Vorsitzende Gerd Buchholz. Der Kontakt zum SCP lief über Thomas Bäumer. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Preußen wohnt in Senden und unterstützt mit seinem Unternehmen auch den VfL. Quelle: WN

Kommt und schaut einen guten Fussball für einen guten Zweck zu!!!

 

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Aktion Hoffnungsschimmer lädt zur Informationsveranstaltung ein

Die „Aktion Hoffnungsschimmer“, eine wohl einmalige Allianz der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde in Senden, des ehemaligen Bürgermeisters Herr Alfred Holz sowie Deutsch-Kurdischer Freundeskreis Senden e.V. und Gesellschaft Êzidischer Akademiker unter der Schirmherrschaft von Dr. Jochen Reidegeld, stellvertretender Generalvikar, und dem Abgeordneten Karl Schiewerling, hilft Opfern von Terror und Krieg in den Flüchtlingsgebieten.

Am  Donnerstag 17. März 2016 ab 19 Uhr im Rathaus in Senden informiert der Verein über seine bisherige und weitere Arbeit. Alle Interessenten/innen sind herzlich eingeladen.

Quelle: Westfälische Nachrichten (Dietrich Harhues)

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Eine Friedenskette gegen Terror und einen drohenden "3. Weltkrieg"

Der Deutsch-Kurdische Freundeskreis Senden e.V. ruft alle Mitmenschen dazu auf gemeinsam mit einer Friedenskette ein Zeichen für einen Frieden weltweit zu setzen.

Datum:    12.03.2016

Zeit:          14:30 Uhr

Ort:            Münster Westfalen

                   vor CONTI Hotel

                   gegenüber Hauptbahnhof

Wie wir tagtäglich auch aus den Nachrichten hören herrscht fast auf der ganzen Welt Krieg, Terror, Verfolgung, Versklavung, Flucht und vieles mehr.

Sehr kritisch ist dabei der Stellvertreterkrieg (mittlerweile 15 Nationen involviert) in Syrien, wo der türkische Präsident Erdogan bzw. die Türkei als Mitglied der Nato die direkte Konfrontation/Provokation mit Russland sucht und dabei für seine Interessen einen 3. Weltkrieg in Kauf nimmt. Die Weltgemeinschaft, vor allem die Zivilbevölkerung darf nicht tatenlos zusehen, wie die Zukunft der Menschen durch wenige machtbesessene Personen zerstört wird.

 

 

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Trauer um Margret Müller

Der Deutsch-Kurdische Freundeskreis Senden e.V. trauert um Margret Müller, (01.08.1931 bis 27.01.2016)auf dem Bild zweite von rechts.

Sie war

Asylreferentin für den Bezirk Duisburg-Oberhausen von Amnesty International ;

Mitglied der Gruppe Dinslaken Amnesty International

Mitglied und Kassenwart der Gruppe Coesfeld /Dülmen von Amnesty International;

Schatzmeisterin im Flüchtlingsrat im Kreis Coesfeld e.V. und der Flüchtlingshilfe Dülmen

Sie war den Schutzsuchenden und deren Würde überzeugend selbst verpflichtet. Dafür danken wir Ihr. Unser Mitgefühl gilt vor allem Ihren Ehemann Wolfgang Müller.

Parlamentarier Ali Atalan über die Situation in Nordkurdistan/Türkei

Ali Atalan (Mitglied des DKFK und Parlamentarier in der Türkei)

 

"Gestern in Nusaybin waren wir (6 Abgeordnete ) mit den Verwandten von Ermordeten und Verletzten zusammen und haben uns mit Autos in Richtung Cizre bewegt. Spezialeinheiten griffen uns grundlos mit aller Brutalität mittels Gaspatronen und Wasserwerfern an. Unsere Immunitäten haben dabei keine Rolle gespielt. Der AKP-Faschismus hat sein wahres Gesicht wieder gezeigt"

 

In der kurdischen Stadt Cizre, auf türkischem Staatsgebiet an der Grenze zu Syrien gelegen, herrscht Ausnahmezustand. Ganze Stadtteile liegen in Trümmern und ein Ende des Krieges ist nicht in Sicht. Immer wieder kündigte die türkische AKP-Regierung die erfolgreiche “Säuberung” der Stadt an. Die Bilder einer Stadt, die in Teilen mittlerweile Städten wie Kobanê ähnelt, prägen sich ein. Jedoch sind es die aktuellen Ereignisse, wie das Schicksal der bis zu dreißig in einem Keller in Cizre eingeschlossenen Personen, welche die Dimension des Krieges deutlich machen.

Seit dem 23. Januar befinden sich dreißig, zum Teil schwer verwundete und verstorbene, Personen eingeschlossen in einem Keller. Sie werden nicht medizinisch versorgt und seit Wochen ist der Kontakt zu ihnen abgerissen. Nach Informationen der sozialdemokratischen Zeitung Cumhuriyet sind von den 30 Eingeschlossenen mittlerweile sieben gestorben, 15 seien verletzt und neun weitere würden im Sterben liegen.

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Fussball: Vertragsverlängerung mit Ismail Atalan

Fußball-Regionalligist SF Lotte hat den Vertrag mit Cheftrainer Ismail Atalan aus Senden bis zum Jahr 2017 verlängert

 

Der Vertrag  mit "Isi" Atalan wurde am heutigen Dienstag vorzeitig bis zum 30. Juni 2017 um ein weiteres Jahr verlängert.

SFL-Vorsitzender Hans-Ulrich Saatkamp: „Wir sind froh, dass wir Ismail Atalan vorzeitig für ein weiteres Jahr an die Sportfreunde Lotte binden konnten und den sehr erfolgreichen Weg mit ihm weitergehen! Er schafft es nicht nur mit seiner Art die Mannschaft auf den Punkt vorzubereiten, sondern ist zu einem echten Sympathieträger für die Sportfreunde Lotte geworden.“

„Wenn etwas gut ist, dann sollte man sich nie davon trennen und den eingeschlagenen Weg weiterführen. In den vergangenen 12 Monaten konnten wir schon viel mit der Mannschaft bewegen, aber genauso viel haben wir noch vor! Ich freue mich, dass ich weiterhin mit dem Team und dem Verein an der Entwicklung arbeiten kann, um unsere gemeinsamen Ziele zu erreichen“, so Ismail Atalan.

Der Deutsch Kurdische Freundeskreis wünscht Isi  für seine Laufbahn weiterhin viel Erfolg!!

 

Quelle: www.sf-lotte.de

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Das Volk eines Engels- Film über das Schicksal der Eziden

„DAS VOLK EINES ENGELS“

Der berührende Film über das Schicksal der Jesiden

Der Film „Das Volk eines Engels“ von David Ben Körzdörfer erzählt die Geschichte einer jesidischen Familie, die von ISIS-Terroristen überfallen wird.
Ich habe nie mehr als ein paar Worte mit Rukan wechseln können.
Obwohl sie sich jeden Abend immer wieder mutig für uns hinsetzte, um ihre Geschichte zu erzählen, die Geschichte ihrer Familie, die Geschichte ihres Volkes. Sie sprach stolz und weinte leise. So oft es auch ihren Kopf in Herzschmerz niederzog, besiegte sie immer wieder die Angst vor der Erinnerung und blickte mit ihren tränenden dunkelbraunen Augen zu uns auf.
sagen könnte. Ich nahm Rukan in den Arm und habe mich nur hilflos gefühlt. Ein paar Worte. Mehr kann ich ihr nicht geben. Das bedeutet uns dieser Film.
Als junger Filmemacher versucht man irgendwann die Wege zu gehen, die kaum ein anderer gehen würde, um mit Film die Geschichten zu erzählen, die kein anderer erzählen kann. Jedoch mehr als Freiheit, bedeutet es dir irgendwann viel mehr eine Verantwortung. Darum möchten wir euch Rukans Geschichte erzählen.

Sie war zehn Jahre alt, als die skrupellosen Mörder des selbsternannten Islamischen Staates (ISIS) ihr Heimatdorf nahe Shingal im Nordirak überfielen und ihre Familie auf Lebenszeit zeichneten. Durch ein kleines Fenster beobachtete Rukan, wie ihr Vater zur Hinrichtung geführt wurde und sie begann zu ihrem Engel Tausi Melek zu beten, dem Gottesengel der Jesiden.
Die Männer mit den langen Bärten in den schwarzen Gewändern lachten über sie und beschimpften sie als Ungläubige. Zitternd erinnerte sich Rukan, wie danach ihre große Schwester Nazdar ihrer Mutter aus den Armen gerissen und mit vielen anderen jungen Mädchen tief ins Land verschleppt wurde.
Am 3. August 2014 überrannte ISIS die Region Shingal. Getrieben von blutrünstigem Hass ermordeten sie 5000 wehrlose Jesiden, verschleppten und versklavten Tausende junge Mädchen. Das war vor 500 Tagen.
Jeden Tag steht Rukan nun auf und betet, ihre Schwester wiederzusehen, sie wieder zu berühren, wieder ihre Stimme zu hören. Und jeden Tag muss sie ertragen, wie die Welt um sie herum ihre Schwester vergisst.
In der Nacht nach dem ersten Interview fragte ich Paruar, unseren Übersetzer, wie ich „Alles wird gut“ auf Kurdisch

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Appell an die Bundesregierung: Kurdistan-Krieg stoppen!!

Stoppt den Krieg in Kurdistan!

(hier unterzeichnen) 

Seit Juli dieses Jahres hat die türkische Regierung ihre Friedensgespräche mit dem politischen Repräsentanten der kurdischen Bewegung, Abdullah Öcalan, abgebrochen und ist zur Bekämpfung der Kurdischen Arbeiterpartei PKK zurückgekehrt. Seitdem herrscht mit zunehmender Gewalt Krieg im Südosten der Türkei/Nordkurdistan. Was als Bürgerkrieg in den deutschen Medien dargestellt wird, ist in Wahrheit ein Angriff des türkischen Militärs gegen die kurdische Bevölkerung mit allen Mitteln. Seit Monaten werden die kurdischen Städte in Nordkurdistan mit schweren Kriegswaffen belagert. Mit Panzern, Kampfhubschraubern, einem breiten Aufgebot von Soldaten, Spezialkräften und Polizisten greifen die türkischen Kampfeinheiten die kurdische Zivilbevölkerung in mehr als 17 Ortschaften, u.a. Cizre, Nusaybin, Sur, Mardin und Sirnak an. Eine totale Ausgangssperre ist über diese Orte verhängt worden.

Bis Anfang Dezember fielen den Angriffen von Militär und Polizei über 500 Menschen zum Opfer mit permanent ansteigender Zahl. Allein drei Selbstmordattentate in Diyarbakir, Suruc und Ankara kostete 138 Menschen das Leben und 929 wurden verletzt. Ziel der Attentate waren Versammlungen der HDP* oder Demonstrationen der Opposition. Zahlreiche Politikerinnen und Politiker der Opposition sowie Journalistinnen und Journalisten, Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte sind in Haft genommen worden. Die Folter, die nie aufgegeben worden war, wird unter der Aufsicht der Sicherheitskräfte in den Internierungslagern, Gefängnissen und Militärbaracken weiter ausgedehnt und verschärft. Während der ersten elf Monate des Jahres 2015 wurden über 560 Fälle von Folter berichtet, ohne dass die Folterer zur Rechenschaft gezogen würden.

 

Während der jüngsten Großoffensive in der Provinz Sirnak nahe der syrischen Grenze mit dem Einsatz von über 10 000 Soldaten und Spezialkräften der Polizei äußerten Staatspräsident Erdogan und Ministerpräsident Davutoglu, dass der Krieg gegen die Kurden solange fortgeführt werde, bis die PKK „vernichtet“ und die Städte „gesäubert“ seien. Über 100 Menschen fielen den Angriffen in der letzten Woche zum Opfer, über 200 000 Menschen sind derzeit auf der Flucht.

Ein solcher Krieg in einem NATO-Staat ist nicht tragbar. Es ist eine ungeheuerliche Provokation, dass ein Staat, der um die Aufnahme in die EU nachsucht, gleichzeitig ein Volk in seinen Grenzen mit Gewalt und Krieg bekämpft. Die kurdische Frage in der Türkei lässt sich nicht mit Gewalt, sondern nur mit politischen Verhandlungen lösen. Hier sind vor allem die Staaten der NATO und der EU in ihrer Verantwortung für einen gegenwärtigen oder zukünftigen Mitgliedsstaat gefragt.

Wir fordern daher die Bundesregierung dringend auf, ihren ganzen Einfluss bei der türkischen Regierung geltend zu machen und Druck auf sie auszuüben, die militärischen Angriffe sofort einzustellen und die Friedensgespräche mit Abdullah Öcalan für eine Friedenslösung wieder aufzunehmen.

Dazu ist es notwendig, die PKK von der Terrorliste zu nehmen, um einen echten Dialog für eine ernsthafte Friedenslösung zwischen der türkischen Regierung und dem kurdischen Volk zu ermöglichen.

 

Unterzeichner_innen

 

Prof. Dr. Elmar Altvater, Berlin; Prof. Dr. Ulrich Gottstein – Ehrenvorstandsmitglied IPPNW1; Dr. Angelika Claußen – IPPNW1; Dr. Sabine Farrouh – IPPNW1; Dr. Matthias Jochheim – IPPNW1; Dr. Manfred Lotze – IPPNW1; Ra Dr. Otto Jaeckel – Vorsitzender IALANA2, Berlin; Reiner Braun – Geschäftsführer IALANA2, Berlin; Ra’in Heike Geisweid – Vorsitzende MAF-DAD3; Ra Thomas Schmidt, Generalsekretär der EJDM4, Düsseldorf; Rolf Becker, Schauspieler; Prof. Dr. Andreas Buro – Friedensforscher & Menschenrechtler; Prof. Dr. Mohssen Massarrat, Osnabrück; Prof. Dr. Norman Paech, Hamburg; Prof. Dr. Werner Ruf, Kassel; Dr. Rolf Gössner, Rechtsanwalt/Publizist, Bremen; Clemens Ronnefeldt – Internationaler Versöhnungsbund

1IPPNW Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung e.V.
2IALANA Juristen und Juristinnen gegen atomare, biologische und chemische Waffen – für gewaltfreie Friedensgestaltung
3MAF-DAD (Kurdisch für Recht und Gerechtigkeit) Verein für Demokratie und internationales Recht
4EJDM Europäische Vereinigung von Juristinnen & Juristen für Demokratie und Menschenrechte in der Welt

*HDP Halkların Demokratik Partisi (deutsch Demokratische Partei der Völker)

 

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Doku: Flucht aus der IS-Sklaverei

Flucht aus der Sklaverei"
Gerettet aus den Fängen des IS": Inmitten des Terrors im Irak und in Syrien retten einige Mutige Leben - unter Einsatz ihres eigenen.

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Türkei: Ihr habt verloren (von Ahmet Yasaroglu)

 

 Das reaktionäre und faschistische Lager schreit im Chor: „Ihr werdet in den Straßengräben begraben.“ Staatsvertreter auf höchster Ebene zeigen das Ziel: „Wenn es sein muss, werden wir Haus für Haus säubern!“ Die Opposition bietet Unterstützung an: „Wir stützen den Kampf des Staates gegen den Terror.“ Die Medien der Kapitalgruppen erscheinen mit derselben Deadline: „Große Säuberung – die PKK wird weggefegt.“ Die Menschen, die vor Repression, Staatsterror und Massakern fliehen, werden in ihren Sendungen zu „Opfern, die vor der PKK fliehen“.

 

Welchen Grund hat all das und gegen wen ist es gerichtet? Der Grund ist offensichtlich: Die Kurden wollen nicht so wie bisher leben. Wenn die Bevölkerung einer Region eine Partei als ihre Vertreterin mit 60-80% Stimmenanteil ins Parlament entsenden, wenn an den Trauerfeiern der getöteten Jugendlichen Hunderttausende teilnehmen, ist das ein starker Beleg dafür, dass sie nicht mehr so weiterleben wollen, wie bisher. Und die Razzien, Operationen und Angriffe sind gegen dieses Volk gerichtet.

Und hat diese reaktionäre, faschistische Politik Aussicht auf Erfolg? Um eine Antwort auf diese Frage zu geben, muss man sich die jüngere Geschichte vor Augen führen. Die Guerillakämpfer waren früher in den Bergen. Siedlungen und Dörfer wurden mit der Begründung entvölkert und niedergebrannt, sie würden die Terrororganisation unterstützen. Tausende kurdische Patrioten wurden Opfer so genannter „extralegaler Hinrichtungen“. Heute werden ganze Städte belagert und entvölkert. Die Befürworter dieser politischen Linie sehen sich mit den schweren Lasten ihrer Niederlage konfrontiert. Jedes Haus, das sie säubern wollten, ist inzwischen zu einem Zentrum des Widerstands geworden.

Werden sie denn mit dem Niederbomben der Häuser, mit dem Zuschütten der Straßengräben tatsächlich einen Sieg erlangen? Werden sie damit das Recht der Kurden auf Muttersprache, der Wunsch nach Selbstverwaltung als Ausdruck ihres Selbstbestimmungsrechts auslöschen können? Nein, das zu glauben, wäre illusorisch. Diese Politik der Unterdrückung, der Leugnung und des Terrors wird scheitern. Wer darauf beharrt, wird in naher Zukunft einem breiteren Widerstand begegnen. Hunderttausende und Millionen von Kurden werden die Stadtzentren füllen.

Das ist unausweichlich. Denn wir haben es hier nicht mit einem „Terrorproblem“ zu tun. Hier geht es um den Freiheitskampf einer unterdrückten Nation. Ihr wird das Recht auf Bildung in ihrer Muttersprache verwehrt. Die Kurden widersetzen sich den Herrschenden, die auf Repression, Leugnung und Gewalt setzen. Ein Volk, das erwacht und sich in den Kampf begibt, widersetzt sich dieser Politik der Vernichtung.

Wir sehen, wie diese Politik der Unterdrückung bereits jetzt scheitert. Die Kurden werden sich der bisherigen Unterdrückungspolitik und dem ihnen aufgezwungenen Leben fügen. Sie kämpfen weiter. Sie fordern die Menschen im Westen des Landes auf, sie bei ihrem Kampf zu unterstützen. Wenn man sich zukünftig ein Zusammenleben wünscht, das auf der Grundlage einer freiwilligen Einheit beruht, so muss man sich dem türkischen Nationalismus und dem Staatsterror widersetzen. Anderenfalls ist das Gerede von „Brüderlichkeit und Zusammenleben“ nichts anderes als leere Phrasen.

Ahmet YAŞAROĞLU

 

 

Der DKFK-Senden e.V. wünscht allen Christen Frohe Weihnachten

Feiertage, Feierlichkeiten sind die schönsten Zeiten des Jahres, wo man mit der Familie, den Freunden, Bekannten, Nachbarn und allen anderen Mitmenschen zusammenkommt, gemeinsam betet und feiert.

Weihnachten ist vor allem für die Menschen der christlichen Religionszugehörigkeit eine besinnliche und spirituell höchste Fest-und Gebetszeit.

Der Deutsch-Kurdische Freundeskreis Senden e.V. wünscht allen christlichen Freunden, Bekannten und Mitmenschen schöne und fröhliche Feiertage und alles Gute für das neue Jahr.

Mögen die Feiertage und das neue Jahr dazu führen, dass in den Nachbarschaften, Religionsgemeinschaften, in den persönlichen und gesellschaftlichen Beziehungen weltweit Dialoge ohne Angst und Vorurteile geführt werden, dass die Menschen, unabhängig welcher Religion, sich in Offenheit, Aufrichtigkeit und Liebe begegnen.

Auf das die Menschlichkeit in den Menschen die Oberhand gewinnt und die Menschen hier und weltweit friedlich zusammen leben.

 

 

 

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2. Sendener Demographie-Forum

Das 2.Sender Demographie-Forum findet am

Samstag, 19.September 2015

in der Steverhalle Senden statt.

Der Deutsch-Kurdische Freundeskreis Senden wird wie in allen vorherigen Veranstaltungen bezüglich Demographischer Wandel wieder vertreten sein.

 

Ezidische Stadt Shingal vom Islamischen Staat befreit 

 Das erste Sonnengebet nach der Befreiung der ezidischen Stadt Shingal

 

Am 03. 08.2014 überfiel die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) das Hauptsiedlungsgebiet der êzîdîschen Minderheit Shingal im Nordirak. Die Schergen des Kalifats walzten Dorf um Dorf nieder, verübten ein Massaker nach dem anderen an der ihnen hilflos ausgelieferten ezidischen Zivilbevölkerung, stapelten die Leichen ihrer Opfer in Massengräbern aufeinander und verschleppten und versklavten Tausende von wehrlosen Frauen und Mädchen. Ein Verbrechen, das nahezu sämtliche Merkmale des Völkermord-Tatbestands gemäß der Genfer-Konvention erfüllt. Die Shingal-Region ist für Êzîden die Halsschlagader der Religion, Kultur, Geschichte aber auch des ezidischen Widerstandes. Alle Revolten und Aufstände der Êzîden nahmen dort ihren Anfang oder fanden ihr Ende.

Am Morgen des 12. November 2015 begannen die Einheiten der Arbeiter Partei Kurdisten (PKK), ezidische Widerstandskämpfer, Pesmerga sowie der Fraueneinheiten der Eziden und der PKK eine großangelegte Offensive gegen die Terrormiliz Islamischer Staat IS um die ezidische Stadt Shingal zu befreien.

Am 13.11.2015 verkündeten die Freiheitskämpferinnen und Freiheitskämpfer die Befreiung der Stadt Shingals.

Es ist für die Eziden ein großer Lichtblick für die zukünftige Erhaltung und die Freiheit derwichtigsten Region ihrer Glaubensgemeinschaft.

Die Stadt Shingal ist durch die Kämpfe zum größten Teil zerstört. Damit die ezidischen Flüchtlinge, die in den Flüchtlingscamps immer noch in katastrophalen Zuständen ausharren, in ihre Heimat zurückkehren können , ist internationale Hilfe für den Wiederaufbau dringend notwendig.

Ezidische Vereine und Organisationen haben folgende Forderungen

  • Die internationale Anerkennung der Eziden als eigenständige und unabhängige Glaubensgemeinschaft.
  • Die Selbstverwaltung der Eziden soll durch die EU, USA und die UN anerkannt, und deren demokratische Bestrebungen unterstützt werden.
  • Die Unterstützung religiöser Minderheiten zur Prävention weiterer Massakers
  • Die Klassifizierung und Einstufung der Massaker und Gräueltaten vom 03.08.2014 (und der folgenden Zeit) als Genozid, durch die verantwortlichen Institutionen der UN sowie die Anerkennung des 3. August als internationalen Tag des Völkermords an den Eziden.
  • Millitärische Ausrüstung ezidischer Kämpfer
  • Ein konsequentes und gemeinsames Handeln gegen die Terrormiliz Islamischer Staat

Der Deutsch Kurdische Freundeskreis gratuliert allen Menschen, vor allem den Eziden für die Befreiung der Stadt Shingal und den weiteren Erfolg gegenüber den Unmenschen des 21.Jahrhunderts.

Wir trotzen den Terror durch Ausübung freiheitlich demokratischer Werte.

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DKFK verurteilt die Terrorserie gegen uns alle aufs Schärfste

Paris ist am Freitagabend von einer Terrorserie durch Islamisten des Islamischen Staates erschüttert worden.


  •  Mehr als hundert Menschen starben. Zurzeit berichtet die Zeitung "Le Monde" von 128 Toten, 99 Schwerverletzten und 155 Verletzten.
  • Es gab Explosionen am Stade de France, eine Massengeiselnahme in der Konzerthalle Bataclan und Schüsse auf Cafés.
  • Frankreichs Präsident François Hollande sprach von "bisher nie dagewesenen Terrorangriffen" und verhängte den Ausnahmezustand.

Der Deutsch-Kurdische Freundeskreis Senden e.V. verurteilt diese Terrorserie gegen die Werte der Menschlichkeit, gegen uns alle aufs schärfste.

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Unruhen in der Türkei / Nordkurdistan                                                                                  

Auch am achten Tag des Ausnahmezustands hat sich die Lage in der von Kurden bewohnten Stadt Cizre im Südosten der Türkei, unmittelbar an der Grenze zu Syrien, nicht entspannt. In Cizre gilt weiter ein völliges Ausgehverbot, die türkische Armee riegelt die von 120 000 Menschen bewohnte Stadt ab. Wasser und Strom sind abgestellt; Wassertanks, die die Stadt versorgen sollen, werden an den Straßenkontrollen am Weiterfahren gehindert. Am Freitag fand selbst das Freitagsgebet nicht statt.

In Cizre halten sich seit dem Beginn des Ausnahmezustands zehn der 80 Abgeordneten der prokurdischen Partei HDP auf, die im Juni erstmals ins Parlament gewählt worden waren. Die Parlamentarier sind eine der letzten Verbindungen der Stadt zur Außenwelt. Aus dem belagerten Cizre senden sie Nachrichten und Fotos von zerstörten Häusern und Geschäften. Ihnen zufolge sind in Cizre seit dem Beginn der Belagerung 21 Zivilisten getötet worden, acht allein am Mittwoch. Zuletzt wurde in der Nacht zum Freitag ein zwölf Jahre alter Junge erschossen, der das Haus seiner Eltern verlassen wollte. Krankenwagen dürfen nicht fahren, um Verletzte in die Krankenhäuser zu befördern. Auf den Straßen sind nur Angehörige der türkischen Sicherheitskräfte zu sehen. Tote werden in Kühltruhen aufbewahrt, weil sie nicht bestattet werden dürfen.


HDP erhielt in Cizre fast 90 Prozent der Stimmen


Die zehn eingeschlossenen Abgeordneten stehen mit Dutzenden weiteren HDP-Abgeordneten in Kontakt, die 27 Kilometer westlich von Cizre in der Kleinstadt Idil festgehalten werden. Zu Beginn der Woche war die Gruppe in einem Autokonvoi aufgebrochen, um nach Cizre zu gelangen. Únter ihnen sind der Ko-Vorsitzende der HDP Selahattin Demirtaş sowie die beiden Minister Müslüm Dogan und Ali Haidar Konca. Hundert Kilometer vor Cizre wurde der Konvoi an einer Straßensperre aufgehalten. Die Abgeordneten setzten ihre als „Friedensmarsch“ deklarierte Aktion zu Fuß Richtung Cizre fort. Der HDP-Vorsitzende Demirtas sagte, Ziel der Aktion sei, die Belagerung von Cizre zu beenden und den Konflikt friedlich beizulegen. Die Stadt ist eine Hochburg der HDP. Bei der Parlamentswahl am 7. Juni hatte die HDP in Cizre fast 90 Prozent der Stimmen erhalten,

Als die Abgeordneten am Donnerstagmorgen um drei Uhr versucht hätten, von Idil wieder mit Autos weiter zu fahren, hätten türkische Sicherheitskräfte sie mit Hilfe von Wasserwerfern daran gehindert. Sie seien von gepanzerten Fahrzeugen umstellt worden, sagte telefonisch die aus Celle stammende HDP-Abgeordnete Feleknas Uca. Wie Schwerstverbrecher seien sie behandelt worden. Die Sicherheitskräfte beriefen sich auf einen Erlass des Gouverneurs der Provinz Sirnak. Mehrere Hundert Soldaten und Polizisten hätten sie danach umstellt und daran gehindert, über die Berge zu Fuß weiter zu marschieren, berichtete die Abgeordnete. Zudem wurden tausend Personen aus Idil sowie Friedensaktivisten aus dem Westen der Türkei durch Wasserwerfer und Tränengas daran gehindert, die Stadt in Richtung Cizre zu verlassen. Am Freitag erreichten zehn weitere HDP-Abgeordnete Idil, wo die Fraktion ihre wöchentliche Sitzung abhielt, die in Cizre geplant war.

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Flüchtlingspolitik in Deutschland / Europa

   








Koalitionsausschuss am 6.09.2015

Deutschland ist in diesen Wochen und Monaten das Zielland einer nie gekannten Zahl von Flüchtlingen, die in unserem Land Sicherheit vor Krieg, Verfolgung und Not suchen.

Hundertausendfach begegnen die Menschen in Deutschland diesen Flüchtenden mit einer nie gekannten Hilfsbereitschaft und Solidarität.

Diese große Welle der Hilfsbereitschaft und Menschlichkeit, aber auch die wirtschaftliche Stärke unseres Landes sind der Grund dafür, dass wir diese Herausforderung bewältigen können. Wir sind den Menschen unseres Landes dankbar dafür.   

Klar ist aber auch, dass wir diese Herausforderung nur bewältigen können, wenn wir

Erfolge im internationalen Kampf gegen die Fluchtursachen (Bürgerkriege,

Destabilisation ganzer Staaten und terroristische Gefahren) erzielen und Hilfe für die

Nachbarländer der Krisengebiete erbringen. Vor allem brauchen wir auch

innereuropäische Solidarität und eine gemeinsame Asyl- und Flüchtlingspolitik der

Europäischen Union. Dies steht ebenso auf der Tagesordnung wie die Schaffung einer

nachhaltigen Infrastruktur für Flüchtlinge und ihre Integration in unser Land.

Der Koalitionsausschuss hat sich deshalb mit der aktuellen Flüchtlings- und Asyl-

Situation beschäftigt und sich auf eine gemeinsame Position für das weitere Vorgehen

und die anstehenden Gespräche und Entscheidungen auf Ebene der EU und mit den

Bundesländern verständigt:


I. Bekämpfung der Fluchtursachen und Stabilisierung der Nachbarländer

• Wir werden prüfen, ob ähnlich wie in Niger weitere Anlaufstellen und

Einrichtungen in Nordafrika eingerichtet werden können.

• Wir wollen das EU-Engagement zur Bekämpfung der Fluchtursachen in den

hauptsächlichen Herkunftsländern durch europäische Mittel verstärken.

• Deutschland wird seine internationale Verantwortung wahrnehmen und sein

Engagement für die Krisenbewältigung- und -prävention ausbauen. Dafür werden

die entsprechenden Mittel im Haushalt des Auswärtigen Amtes um jährlich 400

Mio. Euro aufgestockt. Dies dient der Unterstützung bei der Versorgung und

Betreuung von Flüchtlingslagern in den Krisenregionen und der Stabilisierung

von Herkunfts- und Transitländern durch die Festigung von Staatlichkeit und den

Aufbau von institutionellen Strukturen sowie die Verstärkung unseres

Engagements in den Bereichen Konfliktlösung und Mediation. Auch die

Kommunikationsarbeit im migrationspolitischen Umfeld soll intensiviert werden.

• Visastellen in den Auslandsvertretungen werden verstärkt.

• Konzentration von Mitteln des BMZ auf Bekämpfung von Fluchtursachen in den

wichtigsten Herkunftsländern.


II. Europa

Europa und Deutschland stehen angesichts der Entwicklung im Mittleren und Nahen

Osten sowie in vielen Ländern Afrikas und des damit verbundenen starken Andrangs

von Asylsuchenden und Flüchtlingen vor einer großen Herausforderung, die von der

Europäischen Union nur gemeinsam und auf der Grundlage ihrer Werte- und

Rechtsordnung bewältigt werden kann. Deutschland steht zu seinen humanitären und

europäischen Verpflichtungen und erwartet dies ebenso von seinen Partnern. Dazu

gehören die Einhaltung der Dublin III-Verordnung und die Bereitschaft zu

gesamteuropäischer Solidarität bei der Aufnahme von Flüchtlingen. Die am

Wochenende getroffene Aufnahmeentscheidung von Deutschland und Österreich soll

eine Ausnahme bleiben.

Bei den bevorstehenden Treffen auf europäischer Ebene, zunächst beim Sondertreffen

der europäischen Innen- und Justizminister am 14. September, sollen daher folgende

Themen im Mittelpunkt stehen:

• Schaffung von menschenwürdigen Aufnahme- und Registrierungseinrichtungen

(sog. Hotspots) in den EU-Mitgliedsstaaten, an deren Außengrenzen der

Flüchtlingsandrang besonders groß ist. Sie sollen von der EU unter Beteiligung

des UNHCR gemeinsam mit den betroffenen Staaten errichtet und betrieben

werden, damit eine ordnungsgemäße Prüfung und Entscheidung der

Asylverfahren vor der Rückführung oder Weiterreise in andere Mitgliedsstaaten

sichergestellt ist.

• Eine solidarische und faire Verteilung und Aufnahme schutzbedürftiger

Flüchtlinge durch die EU-Mitgliedsstaaten.

• Eine gemeinsame EU-Liste sicherer Herkunftsländer.

• Eine grundlegende Reform der EU-Asylpolitik mit dem Ziel eines einheitlichen

EU-Asylrechts

• Eine wirksame Bekämpfung der Schleuserkriminalität.

• Eine wirksame praktische und finanzielle Unterstützung der aktuell besonders

belasteten EU-Staaten.

• Eine Verstärkung des EU-Engagements zur Bekämpfung der Fluchtursachen in

den hauptsächlichen Herkunftsländern.




III. Bundesebene, Länder und Kommunen

Bund, Länder und Kommunen stehen in einer Verantwortungsgemeinschaft und

müssen mit einer großen nationalen Gemeinschaftsaktion in kurzer Zeit die

Voraussetzungen für die Aufnahme einer beispiellos hohen Zahl von schutzbedürftigen

Menschen und die Rückführung vollziehbar Ausreisepflichtiger schaffen. Angesichts der

aktuellen Prognosen reichen die bereits bisher getroffenen oder in Vorbereitung

befindlichen finanziellen, personellen, organisatorischen und gesetzlichen Maßnahmen

nicht aus. Deshalb werden wir gemeinsam mit den Ländern schnell ein politisches

Gesamtpaket erarbeiten, das noch im Oktober von Bundestag und Bundesrat

beschlossen werden soll.


1. Asylverfahren einschließlich von Rückführungen beschleunigen

• Priorität haben weiterhin die Beschleunigung der Asylverfahren und der Abbau

der beim BAMF anhängigen Verfahren, u.a. durch die zügige Besetzung der

bereits beschlossenen neuen Stellen und der unbürokratischen Gewinnung

weiteren Personals zur Schaffung zusätzlicher Entscheidungskapazitäten.


• Der Bundesminister des Innern und die Länder setzen eine hochrangig besetzte

Taskforce zur Beschleunigung der Verfahren und Stellenbesetzung beim BAMF

ein.

• Bei der Bundespolizei werden 3.000 zusätzlich Stellen für die kommenden drei

Jahre geschaffen.

• Kosovo, Albanien und Montenegro werden durch Gesetzesänderung zu sicheren

Herkunftsstaaten bestimmt.

• Die Höchstdauer des Aufenthaltes in Erstaufnahmeeinrichtungen kann bis zu

6 Monate betragen – entsprechend verlängert sich die Residenzpflicht. Die

Verteilung auf die Kommunen erfolgt in diesen Fällen ab Asylantragstellung.

• Für Asylsuchende aus sicheren Herkunftsländern verlängert sich der Aufenthalt

in der Erstaufnahmeeinrichtung bis zum Ende des Verfahrens und der in der

Regel darauf folgenden Rückführung.

• Unterbringung wiedereingereister Folgeantragsteller in

Erstaufnahmeeinrichtungen.


2. Menschenwürdige Erstaufnahmeeinrichtungen und Flüchtlingsunterkünfte

schaffen.

• Der Bund wird Länder und Kommunen beim Ausbau von ca. 150.000

winterfesten Plätzen in menschenwürdigen Erstaufnahmeeinrichtungen für

Flüchtlinge verstärkt unterstützen. Der Bund wird Ländern und Gemeinden hierzu

alle verfügbaren Plätze in Bundesliegenschaften zur Unterbringung von

Flüchtlingen auf Anforderungen sofort und mietzinsfrei zur Verfügung stellen und

die Kosten für die Herrichtung übernehmen.

• Soweit Bundesliegenschaften nicht zur Verfügung stehen, wird der Bund die

Schaffung der erforderlichen Plätze finanziell angemessen unterstützen.

• In einem Beschleunigungsgesetz soll für einen befristeten Zeitraum für die

Bewältigung der aktuellen Asyl- und Flüchtlingssituation die Abweichung von

geltenden Regelungen oder Standards ermöglicht werden. Die Länder werden

ihrerseits zu entsprechenden Regelungen ermuntert.


3. Fehlanreize beseitigen

• Bargeldbedarf in Erstaufnahmeeinrichtungen soll so weit wie möglich durch

Sachleistungen ersetzt werden.

• Asylbewerber aus sicheren Herkunftsstaaten sollen bis zum Ende des

Verfahrens in den Erstaufnahmeeinrichtungen verbleiben.

• Die Auszahlung von Geldleistungen soll längstens einen Monat im Voraus

erfolgen.

• Die Höchstdauer zur Aussetzung von Abschiebungen wird von 6 auf 3 Monate

reduziert.

• Sozialleistungen für vollziehbar Ausreisepflichtige (ohne Duldung) werden

reduziert.


4. Entlastung für Länder und Kommunen

Der Bund wird zur Bewältigung der Flüchtlings- und Asylsituation die Ansätze im

Haushalt 2016 um 3 Mrd. Euro erhöhen und Ländern und Kommunen weitere

3 Mrd. Euro zur Verfügung stellen. Über die Einzelheiten der Verwendung wird mit den

Ländern bis zum 24. September 2015 Einvernehmen erzielt.


5. Integration verbessern

Menschen, die Anspruch auf Schutz haben und dauerhaft in Deutschland bleiben,

sollen schnell Arbeit finden und sich ihren Lebensunterhalt selbst verdienen können.

Zentrale Voraussetzung für die Integration in Gesellschaft und Arbeitswelt sind

Deutschkenntnisse. Der Bund wird die Integrationskurse wie mit den Ländern bereits

vereinbart für Asylbewerber und Geduldete öffnen und die Mittel entsprechend dem

gestiegen Bedarf aufstocken. Ebenso wird eine bedarfsgerechte Finanzierung der

berufsbezogenen Sprachförderung durch zusätzliche Bundesmittel sichergestellt.

• Das Leiharbeitsverbot für Asylbewerber und Geduldete entfällt nach drei

Monaten.

• Um die Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen frühzeitig und zielgerichtet zu

unterstützen, werden wir die Mittel für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen und für

die berufsbezogene Deutschförderung und für qualifiziertes Personal in den

Jobcentern entsprechend dem steigenden Bedarf aufstocken.


6. Alternativen zum Asylweg schaffen

Für Angehörige der Staaten des Westbalkan (Bosnien-Herzegowina, Mazedonien,

Serbien, Kosovo, Albanien und Montenegro) wollen wir Möglichkeiten der legalen

Migration aus dem Herkunftsland zur Arbeitsaufnahme in Deutschland schaffen. Wer

einen Arbeits- oder Ausbildungsvertrag mit tarifvertraglichen Bedingungen vorweisen

kann, soll arbeiten oder eine Ausbildung aufnehmen dürfen.

 

7. Sozialen Wohnungsbau ausbauen

Der aktuelle Zuzug von Flüchtlingen und Asylbewerbern verstärkt den Bedarf an

bezahlbarem Wohnraum, insbesondere auf bereits angespannten Wohnungsmärkten.

Der Bund unterstützt Länder und Kommunen beim Neubau von Wohnungen und bei der

Ausweitung des Bestands an Sozialwohnungen.

• Der Bund wird Kommunen und kommunalen Gesellschaften über

Konversionsliegenschaften hinaus auch weitere Immobilien und Liegenschaften

schnell und verbilligt für den sozialen Wohnungsbau bereitstellen.

• Der Bund und die Länder prüfen, wie mittels steuerlicher Anreizinstrumente der

Neubau von preiswertem Wohnraum in Gebieten mit angespannter

Wohnungslage gefördert werden kann.

8. Unterstützung und Koordinierung des freiwilligen Engagements

Zahlreiche Menschen in Deutschland engagieren sich ehrenamtlich bei der Aufnahme

von Menschen in Not. Das freiwillige Engagement der Bürgerinnen und Bürger ist von

unschätzbarem Wert. Wir werden diese Arbeit unterstützen und beim Freiwilligendienst

des Bundes bis zu 10.000 zusätzliche Stellen einrichten.

Flüchtlingshilfe in Senden

Gemeinsam mit dem neugegründeten Verein Flüchtlingsshilfe Senden e. V. kümmern wir uns um Flüchtlinge, die in Senden und Umgebung angekommen sind. Wir versuchen den Flüchtlingen in allen verschiedenen Alltagssituationen wie z. B. Behördengänge, Arztbesuche, Freizeitgestaltung und vieles mehr behilflich zu sein, um somit die Integration und die Völkerverständigung zu fördern.

Das nächste Koordinationstreffen mit der Flüchtlingshilfe (Arbeitskreis : Freizeit, Kultur und Sport)

findet am 02.09.2015 um 18:30 Uhr in der evangelischen Kirche in Senden (Steverstr. 5) statt.

Alle Interessentinnen sind herzlich eingeladen

Kontakt:

Ekrem Atalan

Friedliches Miteinander statt Bürgerkrieg

Der Deutsch-Kurdische Freundeskreis Senden verfolgt die aktuelle Entwicklung in der Türkei mit größter Sorge. Der Verein warnt Türken wie Kurden davor, sich aufpeitschen und die Gewalt eskalieren zu lassen:
„Ein eskalierender Bürgerkrieg zwischen Kurden und Türken wäre eine Niederlage für uns alle" (WN)

Nach dem Anschlag in Suruc: Weiter mahnen und helfen

Der Terroranschlag von Suruç – ein Ort, den die Sendener Flüchtlingsinitiative im Januar besucht hat – leitete eine Eskalation der Gewalt in der Türkei ein. Die „Aktion Hoffnungsschimmer“ will ihre Hilfe trotzdem fortsetzen.

Von Dietrich Harhues

Kurdenpolitiker Demirtaş: "Erdogan wollte Frieden ohne Demokratie"

Kurdenpolitiker Demirtaş: "Erdogan wollte Frieden ohne Demokratie"



InterviewMarkus Bernath28. August 2015, 07:00





HDP-Vizechef Selahattin Demirtaş glaubt bei der Türkei-Wahl an Stimmenzuwächse seiner Partei


STANDARD: Die Neuwahlen am 1. November werden alle Probleme lösen, die durch die Parlamentswahl im Juni entstanden sind, sagt Staatspräsident Tayyip Erdogan. Ist das so?


Demirtaş: Was Erdogan als Problem sieht, ist, dass die AKP nicht mehr allein regiert. Kann sie wieder allein regieren, ist für ihn das Problem gelöst.


STANDARD: Sie glauben, dass Ihre Partei HDP bei der Wahl noch zulegen wird. Warum?


Demirtaş: Ja, wir werden Stimmen dazugewinnen. Die Menschen in der Türkei wollen Frieden, sie wollen zusammenleben. Sie sehen aber, dass Erdogan in die Alleinregierung vernarrt ist. Dass er den Krieg benutzt, um die HDP unter die Sperrklausel zu drücken. (Für den Einzug ins türkische Parlament muss eine Partei landesweit mindestens zehn Prozent erreichen, Anm.) Das ist der Hauptgrund, warum die Menschen die HDP unterstützen.


STANDARD: Im vergangenen Wahlkampf kam die Polizei zu Ihnen nach Hause in Diyarbakir. Fürchten Sie, dass Sie dieses Mal verhaftet werden könnten?


Demirtaş: Nein, das glaube ich nicht. Ich bin Abgeordneter und genieße Immunität. Die Lage ist jetzt natürlich sehr angespannt. Aber auch beim letzten Mal, als wir einen lockeren, fröhlichen Wahlkampf gemacht haben, gab es insgesamt 167 Angriffe auf unsere Wahlveranstaltungen und Parteibüros. Wir werden versuchen, auch dieses Mal das Beste daraus zu machen.


STANDARD: Wie ist der Friedensprozess zwischen den Kurden und dem türkischen Staat eigentlich zu einem Ende gekommen?


Demirtaş: Erdogan wollte einen Frieden ohne Demokratie. So hat er es sich in seinem Kopf vorgestellt. Er wollte mit dem Friedensprozess nicht die Demokratisierung der Türkei antreiben, sondern nur die PKK vernichten. Das ist ihm nicht gelungen, und das ist der Grund, weshalb er vom Verhandlungstisch aufstand und den Friedensprozess beendete. Seine Idee war, die PKK sollte die Waffen niederlegen und er könnte dann eine Ein-Mann-Diktatur errichten. Erdogan hat sich an keine der Abmachungen gehalten, die verhandelt worden waren.


STANDARD: Sie haben die PKK dazu aufgerufen, "ohne Wenn und Aber" die Angriffe einzustellen. Haben Sie den Eindruck, dass Sie gehört werden?


Demirtaş: Die Waffen "zum Schweigen bringen", habe ich gesagt. Ich habe zu einem Waffenstillstand aufgerufen. Die PKK beachtet uns, weil die Bevölkerung hinter uns steht. Wir sind die Stimme der Bevölkerung. Die PKK aber sagt: Ein Waffenstillstand ist gut und nützlich, aber solange es Operationen der türkischen Armee gibt, ist er nicht möglich. Der Waffenstillstand muss von beiden Seiten ausgehen. Deshalb versuchen wir auch, mehr Druck auf den Staat als auf die PKK auszuüben. (Markus Bernath, 28.8.2015)


Selahattin Demirtaş (42) ist der führende kurdische Politiker der Türkei und zusammen mit Figen Yüksedag seit 2014 Vorsitzender der Partei der Demokratischen Völker (HDP). Der Anwalt und Parlamentsabgeordnete trat im selben Jahr als Kandidat bei den ersten direkten Präsidentenwahlen an. Im Juli wurden Ermittlungen wegen Anstachelung zu bewaffneten Protesten eingeleitet.

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Türkische Luftwaffe bombadiert kurdisches Dorf

Mindestens 9 Tote und 15 Schwerverletzte


Qendil/Südkurdistan/Nordirak


Gemäß der kurdischen Nachrichtenagentur Rojnews hat die türkische Armee ein kurdisches Dorf namens Zergelê in Südkurdistan bombardiert.

Journalisten der kurdischen Nachrichtenagentur Rojnews zufolge haben türkische Kampfflugzeuge um 04:00 Uhr morgens begonnen, die Gebiete um Qendîl zu bombardieren. Dabei wurde das kurdische Dorf Zergelê insgesamt acht Mal zur Zielscheibe der türkischen Luftwaffe. Laut ersten Berichten wurden 10 Zivilisten getötet und 15 sind schwerverletzt.


Rojnews berichtet auch, dass Vertreter der Gorran-Bewegung und der Islamischen Gemeinschaft in Kurdistan – beide Parteien sind im Parlament der Autonomieregion Kurdistan im Nordirak vertreten – sich bereits auf dem Weg in das Dorf gemacht haben.

Gedenken an das Massaker an den Eziden

Demo am 03.08.2015 in Genf / Gedenktag Shingal

 

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- TICKETS FÜR DIE BUSFAHRT AB SOFORT ERHÄLTLICH 


 - ABFAHRT 02.08.2015 -


Vor dem Büro der Vereinten Nationen in Genf haben wir eine Demonstration angekündigt um dem auf das Leid der verfolgten Minderheiten hinzuweisen. Genau 1 Jahr ist es her das die IS in Shingal eingefallen ist. Mord, Vergewaltigung und Versklavung erreichten ein noch nie vorstellbare Stufe.

Wer Interesse hat mitzufahren, meldet sich unter folgender Nr.

015731448440

oder per E-mail an

info@dkfk-senden.de

Demo gegen den Terror

Demo gegen den Krieg der Türkei und der IS


Samstag, 01.08.2015

Zeit: 11 Uhr

Ort:Türkisches Konsualat

       Münster, Lotharingerstraße


Am Samstag wird es in Münster um 11 Uhr eine Demo vom türkischen Generalkonsulat zum Prinzipalmarkt geben!

Perspektive Rojava (Quelle)

Erdogan stoppen: für Frieden und Demokratie in der Türkei und in Rojava!

Wie Sie sicherlich aus den Medien mitbekommen haben, führt die von Erdogan gelenkte türkische Regierung seit einigen Tagen wieder Krieg:

Nach dem verheerenden Bombenanschlag in Suruc (türk. Stadt an der Syrischen Grenze), bei dem 32 junge AktivistInnen ums Leben kamen, werden unter dem Deckmantel den IS zu bekämpfen, vor allem KurdInnen und linke AktivistInnen ins Visier genommen. Das verdeutlichen auch die Zahlen der festgenommenen Personen und der bombardierten Stellungen in Syrien und im Nordirak:
- 1302 festgenommene Personen - davon lediglich 136 IS-Anhänger, der Rest kurdische und linke AktivistInnen
- 5 Tage Dauereinsatz von Kampfjets – 400-mal kurdische Stellungen bombardiert - lediglich einige wenige Stellungen des IS bombardiert

Die seit zwei Jahren geführten Friedensgespräche wurden von der türkischen Regierung abrupt abgebrochen. Damit ist die Regierung seit 2 Wochen zu einer Kriegsrhetorik übergegangen, die jetzt in einen umfassenden Krieg gipfelt.

Nachdem der Staatspräsident Tayyip Erdogan erklärte, es gebe keine Gespräche, keine Verhandlungen und nichts worüber man verhandeln wolle und schon gar kein kurdisches Problem in der Türkei, ist auch die Regierung dazu übergegangen, ihren Ton zu verschärfen.

Nicht zuletzt erklärte der Regierungssprecher Bülent Arinc noch vor den Angriffen in Suruc: „Keiner vermag es, mit unseren Streitkräften zu spielen. Die PKK erwarten schwere Zeiten. Wir wissen diese Organisationen zu bekämpfen.“

Damit hat er nicht allein den Friedensprozess aufgekündigt, sondern vielmehr den Krieg auch schon angekündigt. Dabei ist es bemerkenswert, dass all dies lediglich von einer Übergangsregierung und einem Staatspräsidenten ohne nennenswerte Kompetenz beschlossen, das Volk vor vollendeten Tatsachen gestellt, und das Land ins Chaos gestürzt wird.

Wir Münsteraner BürgerInnen sehen mit großer Sorge, dass der türkische Staatspräsident Erdogan und die türkische Regierung den Krieg für ihre innenpolitische Zielsetzung, nämlich ihre alleinige Regierung beizubehalten und ein Präsidialsystem einzurichten, instrumentalisiert. Anscheinend wird die kurdische Bewegung vor allem dafür abgestraft, dass sie die 10% Wahlhürde bei den Wahlen im Juni weit überschritten hat und das Alleinregieren für die AKP unmöglich gemacht hat.

Dies wird dann auch durch Äußerungen von Regierungsvertretern wie Yalcin Akdogan bekräftigt, wenn dieser äußert: „Der eigentliche Bruch kam, als sie unseren Staatspräsidenten Erdogan mit dem Slogan Wir machen dich nicht zum Präsidenten offen angriffen und damit provozierten.“

Das Vorgehen der AKP- Regierung hat ein ganz klares Ziel. Bei einer Neuwahl die nationalistischen, traditionell antikurdischen Stimmen wiederzugewinnen und die Alleinregierung wieder zu sichern. Dabei nimmt die Regierung eine totale Polarisierung der Gesellschaft und möglicherweise sogar einen Bürgerkrieg hin.

Doch durch die Kriegstreiberei wollen Erdogan und die AKP-Regierung auch den KurdInnen in Rojava und ihrem Projekt des demokratischen Konföderalismus ihre Grenzen aufzeigen. Durch den Eingriff in den syrischen Konflikt und der Errichtung einer Pufferzone zwischen den kurdischen Kantonen Kobane und Afrin möchten Erdogan und die AKP-Regierung offensichtlich den wachsenden Einfluss der KurdInnen in Nordsyrien eindämmen.

Schon im Juni sagte Erdogan: „Wir werden die Gründung eines (kurdischen) Staates im Norden Syriens, im Süden von uns, niemals erlauben. Bei diesem Thema werden wir unseren Kampf um jeden Preis fortsetzen.“ Von regierungsnahen Presseorganen werden gar Stimmen laut, auch die KurdInnen in Rojava ins Visier der Kampfjets zu nehmen. Es wird also auch nicht vor grenzüberschreitenden Konflikten halt gemacht.

Die gesamte Türkei und damit auch die Region wird damit den Ambitionen des türkischen Präsidenten zum Opfer fallen, wenn nicht sofort gehandelt wird und internationaler Druck aufgebaut wird, sich unverzüglich wieder mit den KurdInnen an den Friedenstisch zu setzen.

Quelle:

Wir dürfen nicht zulassen, dass Menschen für politische Ziele geopfert werden. In Deutschland leben ca. 4 Mio. EinwandererInnen aus der Türkei – kurdischer wie türkischer Herkunft – und auch diese haben große Sorgen um ihre Verwandten und Freunde.

Es liegt auch an uns den gesellschaftlichen Frieden in der Türkei und das demokratische Projekt Rojava zu schützen!

Türkei und die Kurden

Der neue repressive Kurs der Türkei den Kurden gegenüber sei Teil der Machtpolitik der AKP von Präsident Erdogan, sagte der Nahost-Experte Michael Lüders im DLF. Eine politische und wirtschaftliche Krise sei die Folge. Lüders...

Kurdenführer Demirtas von HDP im Gespräch

Selahattin Demirtas fordert die türkische Regierung und die PKK auf, die Waffen niederzulegen. Die Angriffe auf den IS dienten bloss als Deckmantel; das eigentliche Ziel seien die Kurden. Quelle

Türkei/Kurdistan 25.07.2015

Der Deutsch-Kurdische Freundeskreis Senden ist sehr besorgt über die aktuellen Entwicklungen in der Türkei/Kurdistan. Nach den erfolgreichen Wahlen in der Türkei, wo die multiethnische und die interreligiöse Partei der Völker "HDP" mit 80 Kandidaten in das türkische Parlament eingezogen ist, war die Hoffnung des DKFK sehr groß, dass die Problematiken in der Türkei gegenüber Minderheiten auf politischer Ebene gelöst werden. Leider katapultiert die  türkische Regierung unter der der Führung von Tayyip Erdogan (hat seit den Wahlen immer daran gearbeitet die Türkei in Krieg und Chaos zu führen, um seine verlorene Macht wieder herzustellen) die Türkei ungebremst in ein Chaos, der das Potenzial mit sich bringt, in einen unkontrollierten Bürgerkrieg zu enden.

Gerade wird die von der Guerilla kontrollierten Gebiete Kurêjar, Sergelî, Bergarê, Zap, Sîdekan, Xakûrkê, Metînan, Zap, Avaşîn, Heftenînê Qendîl von der Luftwaffe der türkischen Armee angegriffen. An den Angriffen sollen mehrere dutzend Kampfflugzeuge der türkischen Armee beteiligt sein. An vielen Orten sollen wegen den Angriffen Brände ausgebrochen sein.

In Colemerg, Çelê, Gever, Şemzînan, Lîce und Amed soll es zu kämpfen gekommen sein. Parallel dazu geht die türkische Polizei in der Türkei/Nordkurdistan durch eine Verhaftungswelle (hunderte von kurdischen Aktivisten wurden mittlerweile verhaftet) gegenüber der kurdischen Bevölkerung brutal vor.

In Amed und in vielen anderen kurdischen Städten ist die Bevölkerung auf den Straßen. Es soll schwere Auseinandersetzungen zwischen der Bevölkerung und der Polizei geben. 

Die plötzliche Wendung der türkischen Regierung gegenüber der IS

Die türkische Regierung unter der Führung von Tayyip Erdogan hat bis gestern noch alle möglichen, radikalislamischen Gruppierungen, zuletzt die menschenverachtende Radikalgruppe des Islamischen Staates (IS)auf allen Ebenen  bis heute tatkräftig unterstützt, um so seine Interessen in Syrien zu verwirklichen. Durch die Unterstützung von der Türkei, Saudi Arabien und Katar konnte der IS weite Teile von Syrien und Irak erobern.

Seit Beginn der kriegerischen Auseinandersetzungen in Syrien haben die Kurden in Nordsyrien, die am Anfang von den Angriffen der syrischen Regierung und radikalen Gruppen verschont waren, demokratische Selbstverwaltungsstrukturen und die Volksverteidigungsarmee YPG/YPJ (Frauenarmee), wo alle Religionen und Ethnien vertreten sind aufgebaut.

Diese demokratischen Selbstverwaltungsstrukturen sowie die späten militärischen Erfolge der YPG/YPJ, mit Unterstützung der amerikanischen Luftangriffe, gegen die IS haben die Türkei sehr beunruhigt.

Auf der einen Seite sind die Kurden in Rojava/Nordsyrien (etwa 3 Millionen) auf dem besten Weg wie die Kurden in Nordirak (etwa 6Millionen) mehr Rechte bzw. Autonomie zu erlangen, welches wieder die Kurden in der Türkei (etwa 20 Millionen) animieren könnte, von der Türkei ebenfalls mehr  Rechte zu verlangen.

Auf der anderen Seite ist Erdogan durch die Wahlen in der Türkei, wo die Demokratische Partei der Völker HDP (wie berichtet) souverän ins türkische Parlament einzog und somit die absolute Mehrheit von Erdogans Partei verhinderte,

bei der Einführung eines Präsidialsystems, wo er als Präsident die ganze Macht in sich vereint, gescheitert.

Um nun die ganzen Niederlagen revidieren zu können, geht die Türkei wie folgt vor:

  • um das Vertrauen der Amerikaner und des Westens wieder zu gewinnen und um auf der "Siegerseite" (hat eingesehen, dass der IS gegen die Kurden und den zwischenzeitlich kooperierenden Amerikaner verlieren werden) zu sein, lässt er amerikanische Kampfflugzeuge vom türkischen Boden abheben
  • gleichzeitig will die Türkei die Kurden in Nordsyrien daran hindern, weitere Erfolge gegen die IS zu erzielen und somit alle drei gegründeten Kantone (Afrin, Cizir und Koban) in Rojava/Nordsyrien zu verbinden und de facto Autonomie zu erlangen
  • durch die Unruhen in der Türkei bzw. den angestrebten Ausnahmezustand will Erdogan die Volksgruppen aufeinander hetzen und voneinander distanzieren, um somit bei den wahrscheinlichen Neuwahlen die HDP unter die 10% Hürde zu bringen und somit die notwendige absolute Mehrheit für ein Präsidialsystem nach seinem Wunsch zu erlangen
  • auf internationaler Ebene versucht die Türkei das Attentat, welches das Produkt der türkischen Regierung ist (die den IS überhaupt soweit gebracht hat), unmoralisch (da nur Regierungskritiker unter den Opfern waren, hat die Türkei den Tag nicht mal als Trauertag bezeichnet) so darzustellen, das die Türkei einer "Gefahr von außen" ausgesetzt ist, um so die Natomitglieder zu zwingen, die Türkei bei ihrem Vorgehen zu Unterstützen

Das Vorgehen der Türkei hat wahrscheinlich den Friedensprozess mit den Kurden, der 2012 durch Friedensgespräche begann, endgültig zum Scheitern gebracht.Dabei wurde auch ein Waffenstillstand und ein Abzug der PKK-Kämpfer aus der Türkei in den Nordirak vereinbart, welcher auch realisiert worden war. Der Friedensprozess, der die letzten Jahre nur einseitig praktiziert worden war, lag aufgrund der Passivität der türkischen Regierung derzeit ohnehin auf Eis. (Nach türkischen Angriffen - PKK kündigt Waffenstillstand mit Türkei auf)

 

Die Hoffnung des DKFK Senden ist, trotz der kriegerischen Situation in der Heimat, eine friedliche Lösung auf politischer Ebene. Für ein friedliches Miteinander aller Völker.




Türkei/Kurdistan, 25.07.2015

Der Deutsch-Kurdische Freundeskreis Senden ist sehr besorgt über die aktuellen Entwicklungen in der Türkei/Kurdistan. Nach den erfolgreichen Wahlen in der Türkei, wo die multiethnische und die interreligiöse Partei der Völker "HDP" mit 80 Kandidaten in das türkische Parlament eingezogen ist, war die Hoffnung des DKFK sehr groß, dass die Problematiken in der Türkei gegenüber Minderheiten auf politischer Ebene gelöst werden. Leider katapultiert die  türkische Regierung unter der der Führung von Tayyip Erdogan (hat seit den Wahlen immer daran gearbeitet die Türkei in Krieg und Chaos zu führen, um seine verlorene Macht wieder herzustellen) die Türkei ungebremst in ein Chaos, der das Potenzial mit sich bringt, in einen unkontrollierten Bürgerkrieg zu enden.

Gerade wird die von der Guerilla kontrollierten Gebiete Kurêjar, Sergelî, Bergarê, Zap, Sîdekan, Xakûrkê, Metînan, Zap, Avaşîn, Heftenînê Qendîl von der Luftwaffe der türkischen Armee angegriffen. An den Angriffen sollen mehrere dutzend Kampfflugzeuge der türkischen Armee beteiligt sein. An vielen Orten sollen wegen den Angriffen Brände ausgebrochen sein.

In Colemerg, Çelê, Gever, Şemzînan, Lîce und Amed soll es zu kämpfen gekommen sein. Parallel dazu geht die türkische Polizei in der Türkei/Nordkurdistan durch eine Verhaftungswelle (hunderte von kurdischen Aktivisten wurden mittlerweile verhaftet) gegenüber der kurdischen Bevölkerung brutal vor.

In Amed und in vielen anderen kurdischen Städten ist die Bevölkerung auf den Straßen. Es soll schwere Auseinandersetzungen zwischen der Bevölkerung und der Polizei geben. 

 

Die plötzliche Wendung der türkischen Regierung gegenüber der IS

Die türkische Regierung unter der Führung von Tayyip Erdogan hat bis gestern noch alle möglichen, radikalislamischen Gruppierungen, zuletzt die menschenverachtende Radikalgruppe des Islamischen Staates (IS)auf allen Ebenen  bis heute tatkräftig unterstützt, um so seine Interessen in Syrien zu verwirklichen. Durch die Unterstützung von der Türkei, Saudi Arabien und Katar konnte der IS weite Teile von Syrien und Irak erobern.

Seit Beginn der kriegerischen Auseinandersetzungen in Syrien haben die Kurden in Nordsyrien, die am Anfang von den Angriffen der syrischen Regierung und radikalen Gruppen verschont waren, demokratische Selbstverwaltungsstrukturen und die Volksverteidigungsarmee YPG/YPJ (Frauenarmee), wo alle Religionen und Ethnien vertreten sind aufgebaut.

Diese demokratischen Selbstverwaltungsstrukturen sowie die späten militärischen Erfolge der YPG/YPJ, mit Unterstützung der amerikanischen Luftangriffe, gegen die IS haben die Türkei sehr beunruhigt.

Auf der einen Seite sind die Kurden in Rojava/Nordsyrien (etwa 3 Millionen) auf dem besten Weg wie die Kurden in Nordirak (etwa 6Millionen) mehr Rechte bzw. Autonomie zu erlangen, welches wieder die Kurden in der Türkei (etwa 20 Millionen) animieren könnte, von der Türkei ebenfalls mehr  Rechte zu verlangen.

Auf der anderen Seite ist Erdogan durch die Wahlen in der Türkei, wo die Demokratische Partei der Völker HDP (wie berichtet) souverän ins türkische Parlament einzog und somit die absolute Mehrheit von Erdogans Partei verhinderte,

bei der Einführung eines Präsidialsystems, wo er als Präsident die ganze Macht in sich vereint, gescheitert.

Um nun die ganzen Niederlagen revidieren zu können, geht die Türkei wie folgt vor:

  • um das Vertrauen der Amerikaner und des Westens wieder zu gewinnen und um auf der "Siegerseite" (hat eingesehen, dass der IS gegen die Kurden und den zwischenzeitlich kooperierenden Amerikaner verlieren werden) zu sein, lässt er amerikanische Kampfflugzeuge vom türkischen Boden abheben
  • gleichzeitig will die Türkei die Kurden in Nordsyrien daran hindern, weitere Erfolge gegen die IS zu erzielen und somit alle drei gegründeten Kantone (Afrin, Cizir und Koban) in Rojava/Nordsyrien zu verbinden und de facto Autonomie zu erlangen
  • durch die Unruhen in der Türkei bzw. den angestrebten Ausnahmezustand will Erdogan die Volksgruppen aufeinander hetzen und voneinander distanzieren, um somit bei den wahrscheinlichen Neuwahlen die HDP unter die 10% Hürde zu bringen und somit die notwendige absolute Mehrheit für ein Präsidialsystem nach seinem Wunsch zu erlangen
  • auf internationaler Ebene versucht die Türkei das Attentat, welches das Produkt der türkischen Regierung ist (die den IS überhaupt soweit gebracht hat), unmoralisch (da nur Regierungskritiker unter den Opfern waren, hat die Türkei den Tag nicht mal als Trauertag bezeichnet) so darzustellen, das die Türkei einer "Gefahr von außen" ausgesetzt ist, um so die Natomitglieder zu zwingen, die Türkei bei ihrem Vorgehen zu Unterstützen

Das Vorgehen der Türkei hat wahrscheinlich den Friedensprozess mit den Kurden, der 2012 durch Friedensgespräche begann, endgültig zum Scheitern gebracht.Dabei wurde auch ein Waffenstillstand und ein Abzug der PKK-Kämpfer aus der Türkei in den Nordirak vereinbart, welcher auch realisiert worden war. Der Friedensprozess, der die letzten Jahre nur einseitig praktiziert worden war, lag aufgrund der Passivität der türkischen Regierung derzeit ohnehin auf Eis. (Nach türkischen Angriffen - PKK kündigt Waffenstillstand mit Türkei auf)

 

Die Hoffnung des DKFK Senden ist, trotz der kriegerischen Situation in der Heimat, eine friedliche Lösung auf politischer Ebene. Für ein friedliches Miteinander aller Völker.

 

Suruc

Bei einem Bombenanschlag auf eine über 300-köpfige Jugenddelegation in der kurdischen Stadt Pirsus (türkisch: Suruc) an der türkisch/syrischen Grenze auf der türkischen Seite sind mindestens 30 Menschen getötet und mehr als 100 verletzt worden. Ersten Hinweisen zufolge gehe der Anschlag vermutlich auf das Konto der radikalislamischen Miliz Islamischer Staat (IS).

Die Jugenddelegation war nach Pirsus gereist, um sich am Wiederaufbau der Stadt Kobanê zu beteiligen. Kobanê liegt unmittelbar auf der anderen Seite der Grenze in der Region Rojava und ist erst seit Januar vom IS wieder vollständig befreit worden.

Rojava/Nordsyrien    

Der Deutsch Kurdische Freundeskreis Senden begrüßt den Widerstand der Volksverteidigungseinheiten YPG/YPJ gegen Vergewaltigungen, Enthauptungen, Versklavung sowie Verfolgung der Zivilbevölkerungen und Religionsgemeinschaften durch den Islamischen Staat.
Die YPG/YPJ setzen sich für alle Menschen, unabhängig von Religionen und Ethnien, die durch den Terror des Islamischen Staates bedroht sind. Seit 3 Jahren kämpfen Frauen und Männer der multiethnischen und multireligiösen Volksverteidigungseinheiten YPG und YPJ für Freiheit und Gleichheit aller Kulturen und Religionen vor allem in Syrien und Irak.

Em bi navê dostaniya alman û kurda ji Senden salvegera şoreşa 19’ê                                                                     Tîrmehê li hemû gelên Rojhilata Navîn pîroz dikim.

 

Frohes Zuckerfest

Der Deutsch Kurdische Freundeskreis Senden e.V.
wünscht allen muslimischen Mitmenschen, die sich für Frieden, Toleranz und Gerechtigkeit einsetzen, ein frohes Fest.

Das Fest des Fastenbrechens wird vom 17. Juli 2015 bis zum 19. Juli 2015 gefeiert. Zur Bestimmung des genauen Datums muss die Sichtung des Neumondes mit bloßem Auge erfolgen. Das kann zu uneinheitlichen Startzeitpunkten führen, die eventuell um einen Tag variieren. Das Fest kennzeichnet das Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan.

Li ser navê dostanîya alman û kurda li senden em cejna gelê misilmanê xêrxwaz bi dil û can pîrozdikin.

Flüchtlingshilfe in Senden

Gemeinsam mit dem neugegründeten Verein Flüchtlingsshilfe Senden e. V. kümmern wir uns um Flüchtlinge, die in Senden und Umgebung angekommen sind. Wir versuchen den Flüchtlingen in allen verschiedenen Alltagssituationen wie z. B. Behördengänge, Arztbesuche, Freizeitgestaltung und vieles mehr behilflich zu sein, um somit die Integration und die Völkerverständigung zu fördern.

Das nächste Koordinationstreffen mit der Flüchtlingshilfe (Arbeitskreis : Freizeit, Kultur und Sport)

findet am 03.08.2015 um 18Uhr in der evangelischen Kirche in Senden (Steverstr. 5) statt.

Alle Interessentinnen sind herzlich eingeladen

Kontakt:

Ekrem Atalan

0157 31 448 440

DKFK trauert um Norbert Pelzer

Der Deutsch Kurdische Freundeskreis Senden e.V. trauert um Herrn Norbert Pelzer (rechts im Bild), Leiter des Fachbereiches III – Ordnung und Soziales in der Gemeinde Senden, der am 06.07.2015 plötzlich und unerwartet verstorben ist.
Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und seinen Angehörigen.

 

Senden/Münster, Demonstration in Münster gegen die Verbrechen des Islamischen Staates

Medya Yilmaz, die Frauensprecherin des DKFK, über den Sinn der Demonstration

Der Deutsch Kurdische Freundeskreis Senden e.V. hat am Freitag gemeinsam mit dem Kurdischen Volksrat in Münster die hinterlistigen Angriffe des Islamischen Staates auf die kurdische Zivilbevölkerung in Rojava/Kobane durch eine Demonstration scharf verurteilt.

Die Forderung der Demonstranten war vor allem, dass der Westen, vor allem Deutschland mehr Druck auf das Nato-Mitglied Türkei ausübt, welches die IS-Kämpfer bei Ihrem Verbrechen gegen die Menschlichkeit in jeder Hinsicht tatkräftig unterstützt.

Bei dem Angriff der IS über die Türkei auf die kurdische Zivilbevölkerung am 25.06.2015 wurden 152 Zivilisten, darunter Kinder und Frauen auf brutalste Art und Weise massakriert. Und 180 weitere Zivilisten wurden verletzt.

Senden/ Shingal, Aktion Hoffnungsschimmer

Aktion Hoffnungsschimmer

Hilfsgüter für Flüchtlinge im Not, die durch die Spendengelder der Aktion Hoffnungsschimmer aus Senden am 14. Juni 2015 gekauft worden waren, haben Shingal erreicht

Zu der Aktion gehören neben den katholischen und evangelischen Kirchen in Senden und dem stellvertretenden Generalvikar des Bistums Münster, Pfr. Dr. Jochen Reidegeld (Schirmherr der Aktion) auch der Deutsch-Kurdische Freundeskreis Senden e.V., außerdem Gesellschaft ezidischer Akademiker..., Aktion Medeor, Westfälische Nachrichten , WDR, Sendens Bürgermeister Alfred Holz sowie der Bundestagsabgeordnete Karl Schiewerling.  Danke  an Alle für die großzügigen Spenden! 

 

Senden/Türkei/Nordkurdistan

DKFK-Mitglied im  türkischen Parlament

Durch den historischen Wahlerfolg der Demokratischen Partei der Völker HDP, die mit ihrem politischen Konzept alle ethnischen und religiösen Gruppen in der Türkei in einer Partei vereint, ist der Mitbegründer des Deutsch-Kurdischen Freundeskreis Senden e.V., Ali Atalan ins türkische Parlament eingezogen.

Ali Atalan war als Kandidat in Batman und anschließend in Mardin/Nordkurdistan angetreten. Er gehört der Minderheit der Eziden an, einer uralten Religion, die seit Jahrhunderten verfolgt und vertrieben wird. Wir wünschen der Demokratischen Partei der Völker HDP weiterhin viel Erfolg

 

Münster/Senden, Anschlag in Suruc wirkt ins Münsterland

Münster, 21.05.2015

Anschlag in Suruc wirkt ins Münsterland .

Kurden-Gemeinde tief getroffen.

Es waren Jugendliche, die im zerstörten Kobane im syrischen Grenzgebiet helfen wollten. Ihr Motto war: den Kindern ein Lächeln zu schenken.

Silan Akbas, Lehramtsstudentin aus Münster

 

Kurden sorgen sich um ihre Angehörigen: "Frauen werden verkauft - für 10 Dollar"

Von Heike Zafar

Viele Kurden im Münsterland sorgen sich um ihre Angehörigen im Irak und Syrien. Allein in Senden leben mehr als 30 Familien, die aus Gebieten stammen, die von der Terrormilz IS bedroht werden. Aus Sorge um ihre Angehörigen und Freunde können sie kaum noch schlafen. Medya Yilmaz (23) konnte die Ungewissheit nicht länger ertragen und ist deshalb mit ihrer Mutter in ihre Heimat gefahren. Wir haben mit ihr gesprochen... 

Medya, es ist schon ungewöhnlich, dass Sie sich mit Ihrer Mutter auf den Weg gemacht haben. Was war ihr Ziel?

Ich hab' mir extra Urlaub genommen. Ich wollte es einfach sehen. Ich musste mir meine eigene Meinung bilden. Meine Mutter und ich waren in Mardin, das ist unsere Heimatstadt. Wir haben dort bei meiner Tante gewohnt und von dort aus zwei Flüchtlingslager besucht. Ich kann wirklich heute hier sagen, die Menschen haben dort wirklich gar nichts. Sie sind auf alles angewiesen. Ob es Lebensmittel sind, ob medizinische Hilfe, die Menschen brauchen alles.

Ja natürlich, wir haben ihnen Lebensmittel gekauft, vor allem Reis, Zucker und andere haltbare Lebensmittel. Außerdem Babynahrung und Schnuller für die Kinder und ganz wichtig: Schuhe. Vor allem die Kinder hatten oft keine. Wir haben vor allem Schlappen gekauft und für jede Familie ein Paar feste Schuhe, damit wenigstens einer aus der Familie gut ausgerüstet ist und schnell laufen kann, wenn Gefahr droht. Zur Zeit ist die Situation ja noch ertäglich, weil es noch warm ist. Aber der Winter naht, die Menschen sind in Zelten untergebracht, die für den Sommer sind. Was wird passieren, wenn der Regen kommt, wenn es wirklich Winter wird?

Was hat Sie am meisten geschockt?

Am schrecklichsten waren für mich und meine Mutter die Blicke der Frauen: Die waren wirklich sehr  traumatisiert, die haben sich zum Teil gar nicht bewegt. Die standen da, reaktionslos. Die haben die Außenwelt  gar nicht wahrgenommen. Eine alte Frau saß den ganzen Tag ohne jede Reaktion auf einem Stuhl: Sie hatte 15 Angehörige verloren. Meine Mutter konnte das kaum ertragen.

Jetzt planen Sie weitere Aktionen?

Ja, wir Frauen haben ja am Samstag in der münsterischen Innenstadt gegen die Massenvergewaltigungen und Versklavung der kurdischen Frauen demonstriert. Das liegt uns Kurdinnen aus Senden besonders am Herzen: Die Frauen werden an IS-Soldaten zwangsverheiratet oder auf Märkten verkauft, für 10 Dollar. Wir können das einfach nicht totschweigen, wir müssen alle etwas tun.

Apell an die Bundesregierung: Kurdistan-Krieg stoppen

Appell an die Bundesregierung (hier können auch sie unterschreiben)


 

Stoppt den Krieg in Kurdistan!

Seit Juli dieses Jahres hat die türkische Regierung ihre Friedensgespräche mit dem politischen Repräsentanten der kurdischen Bewegung, Abdullah Öcalan, abgebrochen und ist zur Bekämpfung der Kurdischen Arbeiterpartei PKK zurückgekehrt. Seitdem herrscht mit zunehmender Gewalt Krieg im Südosten der Türkei/Nordkurdistan. Was als Bürgerkrieg in den deutschen Medien dargestellt wird, ist in Wahrheit ein Angriff des türkischen Militärs gegen die kurdische Bevölkerung mit allen Mitteln. Seit Monaten werden die kurdischen Städte in Nordkurdistan mit schweren Kriegswaffen belagert. Mit Panzern, Kampfhubschraubern, einem breiten Aufgebot von Soldaten, Spezialkräften und Polizisten greifen die türkischen Kampfeinheiten die kurdische Zivilbevölkerung in mehr als 17 Ortschaften, u.a. Cizre, Nusaybin, Sur, Mardin und Sirnak an. Eine totale Ausgangssperre ist über diese Orte verhängt worden.

Bis Anfang Dezember fielen den Angriffen von Militär und Polizei über 500 Menschen zum Opfer mit permanent ansteigender Zahl. Allein drei Selbstmordattentate in Diyarbakir, Suruc und Ankara kostete 138 Menschen das Leben und 929 wurden verletzt. Ziel der Attentate waren Versammlungen der HDP* oder Demonstrationen der Opposition. Zahlreiche Politikerinnen und Politiker der Opposition sowie Journalistinnen und Journalisten, Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte sind in Haft genommen worden. Die Folter, die nie aufgegeben worden war, wird unter der Aufsicht der Sicherheitskräfte in den Internierungslagern, Gefängnissen und Militärbaracken weiter ausgedehnt und verschärft. Während der ersten elf Monate des Jahres 2015 wurden über 560 Fälle von Folter berichtet, ohne dass die Folterer zur Rechenschaft gezogen würden.

Während der jüngsten Großoffensive in der Provinz Sirnak nahe der syrischen Grenze mit dem Einsatz von über 10 000 Soldaten und Spezialkräften der Polizei äußerten Staatspräsident Erdogan und Ministerpräsident Davutoglu, dass der Krieg gegen die Kurden solange fortgeführt werde, bis die PKK „vernichtet“ und die Städte „gesäubert“ seien. Über 100 Menschen fielen den Angriffen in der letzten Woche zum Opfer, über 200 000 Menschen sind derzeit auf der Flucht.

Ein solcher Krieg in einem NATO-Staat ist nicht tragbar. Es ist eine ungeheuerliche Provokation, dass ein Staat, der um die Aufnahme in die EU nachsucht, gleichzeitig ein Volk in seinen Grenzen mit Gewalt und Krieg bekämpft. Die kurdische Frage in der Türkei lässt sich nicht mit Gewalt, sondern nur mit politischen Verhandlungen lösen. Hier sind vor allem die Staaten der NATO und der EU in ihrer Verantwortung für einen gegenwärtigen oder zukünftigen Mitgliedsstaat gefragt.

Wir fordern daher die Bundesregierung dringend auf, ihren ganzen Einfluss bei der türkischen Regierung geltend zu machen und Druck auf sie auszuüben, die militärischen Angriffe sofort einzustellen und die Friedensgespräche mit Abdullah Öcalan für eine Friedenslösung wieder aufzunehmen.

Dazu ist es notwendig, die PKK von der Terrorliste zu nehmen, um einen echten Dialog für eine ernsthafte Friedenslösung zwischen der türkischen Regierung und dem kurdischen Volk zu ermöglichen.

 

Unterzeichner_innen

 

Prof. Dr. Elmar Altvater, Berlin; Prof. Dr. Ulrich Gottstein – Ehrenvorstandsmitglied IPPNW1; Dr. Angelika Claußen – IPPNW1; Dr. Sabine Farrouh – IPPNW1; Dr. Matthias Jochheim – IPPNW1; Dr. Manfred Lotze – IPPNW1; Ra Dr. Otto Jaeckel – Vorsitzender IALANA2, Berlin; Reiner Braun – Geschäftsführer IALANA2, Berlin; Ra’in Heike Geisweid – Vorsitzende MAF-DAD3; Ra Thomas Schmidt, Generalsekretär der EJDM4, Düsseldorf; Rolf Becker, Schauspieler; Prof. Dr. Andreas Buro – Friedensforscher & Menschenrechtler; Prof. Dr. Mohssen Massarrat, Osnabrück; Prof. Dr. Norman Paech, Hamburg; Prof. Dr. Werner Ruf, Kassel; Dr. Rolf Gössner, Rechtsanwalt/Publizist, Bremen; Clemens Ronnefeldt – Internationaler Versöhnungsbund

1IPPNW Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung e.V.
2IALANA Juristen und Juristinnen gegen atomare, biologische und chemische Waffen – für gewaltfreie Friedensgestaltung
3MAF-DAD (Kurdisch für Recht und Gerechtigkeit) Verein für Demokratie und internationales Recht
4EJDM Europäische Vereinigung von Juristinnen & Juristen für Demokratie und Menschenrechte in der Welt

*HDP Halkların Demokratik Partisi (Demokratische Partei der Völker)